Wir waren zwei Jahre lang Kunden bei Kabel BW und haben dann den Vertrag fristgerecht gekündigt.
Nach der Kündigung rief uns ein Mitarbeiter von - nunmehr - Unitymedia an und macht uns ein Angebot, wenn wir den Vertrag doch verlängerten:
22 Euro monatlich (statt bisher 26 Euro) und schnelleres Internet, dazu drei Gratismonate.
Wir sagten der Unitymedia BW GmbH (Postfach 90 01 31, 75090 Pforzheim) zu, um den den Wechsel und die Suche nach einem neuen Anbieter zu ersparen. Drei Monate lang erhielten wir weder eine Auftragsbestätigung mit Widerrufsbelehrung noch eine Rechnung.
Bei der ersten Rechnung von Unitymedia zeigte sich, dass man uns eine ominöse "Komfort-Option" berechnete, die 5 Euro Extra pro Monat kostet. Diese war bei dem Telefonat nicht erwähnt und von uns nicht bestellt worden.
Die drei Gratismonate stellten sich als schlauer Trick heraus, mit dem man erst zu spät - nach Ablauf der Widerrufsfrist - bemerkt, dass der Vertrag nicht dem entspricht, was am Telefon be- bzw. versprochen wurde.
Da ich keine Auftragsbestätigung von Unitymedia erhalten hatte, schrieb ich einen Brief und widerrief den Vertrag, der ohne Bestätigung und Widerrufsbelehrung nicht gültig ist. Ich erhielt ein lapidares Antwortschreiben, das in keinster Weise auf meine Argumentation einging, sondern nur die Auskunft erhielt, meine Widerrufsfrist sei abgelaufen.
Ich schrieb erneut an Unitymedia, dass die Widerrufsfrist erst dann anfinge zu laufen, sobald der Kunde die Widerrufsbelehrung erhalten habe und ich deshalb erneut darauf bestünde, den Vertrag zu kündigen.
Heute erhielt ich dann einen Anruf vom Unitymedia Beschwerdemanagement. Das "kulante" Angebot:
Man storniere die 5 Euro Komfortoption, wenn wir dafür unsere FritzBox zurückgäben und stattdessen ein Modem nehmen würden. Die Komfortoption sei nämlich notwendig, um eine FritzBox zu betreiben. Warum das so sei, konnte man mir allerdings auch nicht erklären. Vor allem aber war es uns bei der "Telefonberatung" nicht mitgeteilt worden. Dort war immer nur von 22 Euro die Rede.
Auf meine Aussage, dass darüber hinaus unser Internet seit der vermeintlichen Umstellung nicht schneller, sondern eher langsamer geworden sei, ging die Mitarbeiterin gar nicht ein. Sie zauberte aber plötzlich auch eine Auftragsbestätigung aus dem Hut, die man uns angeblich zugeschickt hätte, die wir aber definitiv nie erhalten haben. Ich gehe davon aus, dass dies die gängige Praxis von Unitymedia bei Vertragsverlängerungen ist: man schwätzt den Kunden am Telefon etwas auf, lockt mit drei Gratismonaten und wenn der Kunde dann nach drei Monaten merkt, dass er betrogen wurde, behauptet man, eine Bestätigung sei rausgegangen und die Widerrufsfrist nun leider abgelaufen.
Über ein Angebot wie das uns unterbreitete kann man selbstverständlich nur lachen. Mehr "Kulanz" könne man aber leider nicht anbieten.