Ganz "schön" ist es nämlich, was der ADAC und das Autohaus Braun, in Wildberg, mit mir gemacht haben und noch machen wollten, wenn ich nicht "die Notbremse" gezogen hätte. Aber erstmal der Reihe nach: Ich war in der vergangenen Woche mit meinem Lebensgefährten für ein paar Tage in den Schwarzwald gefahren.
Dazu hatten wir uns extra ein Cabrio von einem Freund geliehen, um die Landschaft noch besser genießen zu können. Allzu verwöhnt sind wir Ruhrpöttler ja diesbezüglich leider nicht. Es war auch alles wunderschön, bis wir plötzlich auf einer unserer Fahrten durch den schönen Schwarzwald Benzingeruch wahrnahmen, der offensichtlich von dem geliehenen Cabrio stammte.
Kurzerhand sind wir in eine stillgelegte Seitenstraße gefahren und stellten fest, dass hinten unterm Auto Benzin auf die Straße tropfte. Mein Lebensgefährte und ich sind keine KFZ-Mechaniker und darum entschlossen wir uns übers Handy den ADAC zu informieren, in der Hoffnung, dass ein Mechaniker das Problem kurzerhand beheben könne.
Ich "wusste" von meinem Vater, dass er ADAC Plus-Mitglied ist und war bis zu dem Zeitpunkt, ebenso wie meine Eltern auch, fest der Meinung, dass ich, als Tochter, die in gemeinsamem Haushalt wohnt, ebenfalls über die Plus-Mitgliedschaft beim ADAC als Fahrerin abgesichert bin. So war es unserer Familie jedenfalls seinerzeit einmal von einem der ADAC-Mitarbeiter erklärt und verkauft worden.
Aber Pustekuchen, wie sich später herausstellte, denn die ADAC-Hotline redete sich sofort heraus, dass meine Mitversicherung nur bis zum 18. Lebensjahr gegolten habe und ich jetzt aber nicht mehr über meine Eltern versichert bin. Das ist natürlich eine sehr sinnvolle Versicherung, in der man nur dann mitversichert ist, solange man keinen Führerschein hat und kein Auto fahren darf. Bravo, ADAC!
Nach einigem Hin und Her und viel Argumentiererei (und wahrscheinlich im Nachhinein auch, weil er keinen Bock mehr auf Diskussionen mit mir hatte) erklärte sich der recht unfreundliche Mitarbeiter des ADAC aber dann doch bereit jemanden zu schicken, der entweder den Schaden direkt vor Ort behebt, wenn es eine Kleinigkeit ist, oder uns zumindest kostenlos in die nächstgelegene Fachwerkstatt schleppt, wo dann natürlich für eine eventuelle Reparatur Kosten entstünden, wenn es denn "aufwendiger" wäre. Wir rechneten mit einer defekten Benzinleitung oder so, die sicher kurzerhand ausgetauscht wäre und nahmen das kostenlose Angebot des ADAC natürlich an.
Als dann ein Mitarbeiter des nahe gelegenen Autohauses Braun mit einem ADAC-Abschleppwagen angefahren kam, dachten wir, dass der Schaden nun kurz behoben würde und wir weiterfahren könnten, aber weit gefehlt. Der Mitarbeiter schaute ganz kurz und oberflächlich unter das Auto und sagte: "Der verliert Benzin", was wir ja selber schon festgestellt hatten, und fing gleich an den Wagen aufzuladen.
Eigentlich hatten wir uns so eine ADAC-Pannenhilfe anders vorgestellt, aber gut. Mein Lebensgefährte wies noch darauf hin, dass der Wagen ja fahrbereit sei und nicht abgeschleppt werden müsse. Wenn man den Schaden nicht vor Ort beheben könne, so wollten wir gerne hinter dem Schlepper her in die Werkstatt Braun fahren. Der wortkarge Mitarbeiter sagte aber nur: "Ist besser, wenn wir den aufladen!" Für WEN das am Ende "besser" war, sollte sich auch schon bald herausstellen. Jedenfalls nicht für uns!
Im Autohaus angekommen, wurde der Wagen schnell auf eine Hebebühne gefahren und festgestellt, dass der Tank an einer Stelle, an der er an das Chassis geschraubt wurde, undicht war und dort zuvor Benzin ausgelaufen ist. Der geschäftige Chef des Autohauses, Herr Braun, zog gar nicht erst in Betracht den alten Tank neu einzudichten, obwohl nicht der Tank selber, sondern nur die Dichtung defekt war.
Ein neuer Tank müsste nämlich ebenfalls bei der Montage eingedichtet werden, wie wir jetzt im Nachhinein in einer anderen Werkstatt erfahren haben. Somit ergibt es natürlich nur für das Autohaus einen Sinn, nicht den alten völlig intakten Tank abzunehmen und einfach neu gedichtet wieder aufzuschrauben.
Herr Braun wollte eben noch schnell ein teures Ersatzteil verkaufen und um seiner Forderung auf eine Reparatur von sage und schreibe EUR 1.000,00 Nachdruck zu verleihen und auch, weil er wusste, dass zwei Duisburger ohnehin niemals Kunden seines Autohauses und seiner Werkstatt im Schwarzwald werden, sagte er noch, dass wir sowieso keine andere Möglichkeit hätten, mit dem Auto wieder 450 Kilometer nach Hause zu fahren und dass das gemacht werden MÜSSE.
Als mein Lebensgefährte sagte, dass wir eine solch teure Entscheidung für das Auto eines Bekannten sowieso nicht treffen könnten und er den Wagen bitte zunächst wieder von der Bühne holen und aus seiner Werkstatt entlassen sollte, präsentierte er uns dann aber noch schnell eine Rechnung in Höhe von EUR 75,01 und jetzt aufgepasst: FÜRS ABSCHLEPPEN!
Also erstens sagte der unfreundliche Mitarbeiter der ADAC-Hotline uns kostenloses Abschleppen in eine Fachwerkstatt zu, wenn nicht unmittelbar repariert werden könne, was auch gar nicht erst versucht wurde. Klar warum. Und zweitens war ein Abschleppen gar nicht nötig, denn der Wagen fuhr ja einwandfrei, was wir dem Mitarbeiter auf dem Abschlepper ja auch mitteilten, als dieser anfing das Auto aufzuladen.
Da wir also offensichtlich unter falschen Voraussetzungen vom Autohaus Braun und dem ADAC abgeschleppt und wir auch nicht vorher darauf hingewiesen wurden, dass wir für die total unnötige Abschleppaktion über gerade mal zwei Kilometer Entfernung bis zum Autohaus Braun dann noch völlig überteuerte EUR 75,01 bezahlen sollen, sträubten wir uns zunächst überhaupt etwas zu bezahlen, bevor die Angelegenheit nicht auch vernünftig und schriftlich mit dem ADAC geklärt worden ist.
Von einem der Service-Mitarbeiter der Hotline hatten wir schließlich die falsche Aussage bekommen, dass zunächst keine Kosten anfielen. Danach telefonierten wir noch zwei Mal mit irgendwelchen Service-Mitarbeitern der Hotline, die natürlich auch jetzt keine Entscheidungen zur Kostenübernahme fällen konnten.
Um also auch Herrn Brauns rechtliche Voraussetzungen zu wahren, boten wir an, dass man uns eine Rechnung schreibt, die wir dann begleichen, wenn die Angelegenheit endgültig auch mit dem ADAC geklärt ist, zumal wir auch kein ausreichendes Bargeld oder eine EC-Karte in der Tasche hatten. Bereits einmal verärgert, weil er uns keinen unnötigen neuen Tank verkaufen konnte, konfiszierte Herr Braun daraufhin sofort die Wagenschlüssel und nahm eine Beschlagnahmung des Autos meines Freundes vor, bis wir EUR 75,01 in bar oder mit einer EC-Karte vor Ort begleichen könnten.
Herr Braun scheint also in Wildberg offensichtlich alles zu dürfen, oder glaubt das zumindest. Im restlichen, zivilisierten Deutschland muss man für in der Regel Gerichtsvollzieher sein, um Wertgegenstände in Gewahrsam nehmen zu dürfen, und nicht KFZ-Mechaniker.
Vielleicht darum, weil ein Gerichtsvollzieher offensichtlich besser zwischen Verhältnismäßigkeiten unterscheiden kann, als Herr Braun. Im restlichen Deutschland bekommt man auch von jeder seriösen Autowerkstatt eine Rechnung. In Wildberg, beim Autohaus Braun, gelten halt andere Gesetze. Richten Sie sich darauf ein, wenn Sie in der Nähe mal mit Ihrem Auto eine Panne haben.
Und weil diese tolle Erfahrung eine "Gemeinschaftsproduktion" vom Autohaus Braun in Wildberg und dem ADAC ist, poste ich diese Beschwerde natürlich für beide und hätte auch gerne meine erpressten EUR 75,00 wieder zurück, ob nun vom ADAC für die falsche Auskunft am Telefon oder vom Autohaus Braun für eine völlig unnötige Abschleppaktion, die nur den einen Sinn hatte, Geld für das Autohaus zu verdienen. Allerdings bin ich natürlich so realistisch zu wissen, dass nun einer die Schuld auf den anderen schiebt und am Ende ICH die goldene ADAC-Karte haben werde. Vielen Dank an alle Beteiligten!