Am 25.04.2016 hatten wir in Hannover die Industriemesse zu Gast.
Da ich als Student mit dem BAFöG nicht ganz hinkomme, kellner ich in einem grossen Wirtshaus in Hannover, in dem wir zu Messen stets ausgebucht sind. Meine Verbindung hätte 19:22 in Sarstedt erscheinen müssen. 19:25 erschien die S-Bahn dann ''pünktlich'' am Horizont. Leider wurde sie nicht langsamer und fuhr an der Haltestelle Sarstedt mit unveränderter Geschwindigkeit vorbei.
Mit mir standen etwa 10 weitere Personen an dieser Haltestelle und schauten verblüfft. Nach 3 min hat einer dann einen verhältnismässig kleinen DIN-A4-Schreiben im Aushang entdeckt, welcher besagt, dass in der Zeit um die Industriemesse rum die S4 ohne Zwischenhalt von Hannover bis Hildesheim durchfährt. Für mich, der aus dem Kopf weiss welche Verbindung von Sarstedt zu welcher Uhrzeit abfährt, ein ziemlich versteckter Hinweis. Wahrscheinlich für die 9 anderen auch.
Üblicherweise wird so eine Information in den Zügen duchgegeben oder sie ist auf der elektronischen Anzeige abzulesen.
Die Mitarbeiter haben mir aus Kulanz einen happigen 10€ Reisegutschein der DB gegeben, wobei ich wirklich das Gefühl hatte, dass der wirklich freundliche Mitarbeiter im Callcenter schon das Maximum an Widergutmachung getan hat, was die DB toleriert.
Jedenfalls sehe ich hier einen gravierenden Informationsfehler der DB, welcher zu einer Abmahnung bei der Arbeit gab und Spritkosten führte. Den Stressfaktor könnt ihr euch auch sicherlich vorstellen.
Am 18.05.2016 bin ich auf Anfrage meines Arbeitgebers schon um 18:22 statt 19:22 zur Arbeit losgefahren. Mein Fussweg vom HBF ist zwar nicht lang aber ich entschied mich aus Sicherheitsgründen mein Fahrrahd mitzunehmen statt an der Haltestelle anzuschliessen. In diesem Augenblick dachte ich die ganze Zeit ich würde die 19:22er S4 nehmen. Ich bin hinten im Fahrradabteil zugestiegen, wo offensichtlich die Fahrkartenkontrolleurin Frau W. wartend stand. So bin ich zugestiegen, immernoch mit dem Gedanken, ich fahre im Erlaubten Rahmen der kostenfreien Fahrradmitnahme statt FÜNF EURO Fahrradtageskarte. Ich sage das nicht weil es weniger als eine 3/4 Std bis zur Legalität wären und ich gute Chancen bei der Kulanz und Menschlichkeit der Kontrolleurin erhofft habe. Nein. sondern weil mir 5€ für die Strecke einfach nicht wert sind und ich in solchen Fällen stattdessen die Sicherheit des Fahrrades in den Hintergrund stelle und lieber 5€ spare, indem ich es in Sarstedt anschliesse. Dass ich dann vermeindliche, überteuerte 40€ wie bei der Üstra (bei euch in der DB sind es stolze 60€) riskiere, ist dann auch eher unlogisch. Im Fahrradabteil wo ich zugestiegen bin und Frau W. stand, wurde ich dann auch gleich als erstes kontrolliert, zeigte Ihr meinen Studierendenausweis. Anschliessend den Personalausweis.
''Ticket für das Fahrrad''? fragte Frau W.
Ich schaute auf die Uhr. 18:23, suchte anschliessend die Indormationstafeln im Zug um rauszufinden was ich mir gedacht habe, als ich mich dagegen entschied, das Fahrrad in Sarstadt anzuschliessen.
Frau W., die meinen Personalausweis immernoch in der Hand hielt begann ohne Worte meine Personalien zu notieren. Ich fragte sie erschrocken, ob ich noch eine Fahrkarte bei ihr vor Ort oder nachträglich lösen könnte, sie ignorierte mich mit 2 oder 3 undeutlich gesprochenen Phrasen. Ich habe versucht ihr zu erklären, dass mir ein Fehler unterlaufen ist, da ich die Woche über mit dem 19:22er geplant hatte und an besagtem Tag kurzfristig früher einspringen musste. Ich bat sie, mir eine Tageskarte bei ihr nachzuziehen, Ich hoffte in dieser Situation um ehrlich zu sein, auf die Menschlichkeit bei der Mitarbeiterin, weil auch ich sie ausstrahle. Aus diesem Grund und weil ich weiß, dass die Mitarbeiter der DB bestimmte Regeln zu erfüllen haben, würde ich diese Menschlichkeit niemals missbrauchen.
Frau W. zeigte keinerlei dieser Menschlichkeit und wurde zusehends genervt von mir. Zu keinem Zeitpunt informierte sie mich aus eigener Initiative über die Kosten oder Sonstiges. Alles musste ich erfragen, was für sie wahrscheinlich ziemlich nervig war, denn sie antwortete mit beissendem Kaffe-Kippe Atem (ich schreibe das nur weil es unproffessionell ist, hätte sie eine grosse Nase würde ich es für mich behalten) höhnisch mit den Worten ''Wenn Sie Student sind, dann müssten Sie sich vorher informieren können. ''
Auf meine Frage, ob ich eine Rechnung oder Sonstiges bekomme, gab es nur die Antwort, dass es per Post kommt. Diese Post kam tatsächlich am 8.06.2016 an. Mit 7€ Mahngebühren obendrauf. Aber Welche Mahngebühren das ist der erste Kontakt mit mir? Frau W., die ich um einen Zettel für mich bat, sagte es gäbe nur Post, nichts vor Ort.
Im Callcenter sagte man mir Frau W. hätte als Grund für die Nichtaushändigung an mich eine Verweigerung der Annahme meinerseits vermerkt. Jetzt frage ich mich, ob ich der Frau W. so unsympatisch war, dass 60€ Strafe für sie nicht reichen, und sie durch Diesen Trick mir 7€ obendrauf in Rechnung stellen will! Die Mahnung droht ja bei Nichtzahlung mit keiner zweiten Mahnung sondern mit der Einschaltung eines Inkasso-Unternehmens. Da zahlt man doch besser gleich oder?
Dass es Bestimmungen bei der Fahrgastbeförderung gibt sehe ich ein. Dass Mitarbeiter der DB diese befolgen müssen sehe ich auch ein. Jedoch Habe ich in den vielen Jahren nur gute Erfahrungen mit den Kontrolleuren der DB im Vergleich zu Üstra gemacht. Persönlich oder als Zeuge im Umfeld, da diese mit keiner Schnappprämie mit ''Gier gegen Menschlichkeit'' wie bei der Üstra getrimmt haben. Frau W. scheit mir hier eine Exotin zu sein, sie vierteilt gerne Strafen, aber der Tränen wegen; )
Spass beiseite.
Worauf ich hinaus will: Die Unverhältnismässigkeit, Fehlverhalten der Mitarbeiterin
Salopp gesagt habt ihr von der DB Mist gebaut, indem ihr nicht auszureichend informiert habt, ich komme dadurch verspätet zur Arbeit, bekomme eine mündliche Abmahnung und werde mit weniger Schichten abgestraft und als Ausgleich stellt ihr mir einen 10€ DB-Reisegutschein. Ganz tolle Spitze, denn bei Fehlverhalten der Kunden kommt das volle Programm.
60€ für die Mitnahme eines Fahrrades in einem max zu (1/10) belegtem Zug. Viel wichtiger das Verhalten von Frau W. welche eine sehr kurze Zündschnur und dazu noch eine falsche Aussage gemacht hat.