Wenn man mit dem Auto am Sea Life Berlin an der Ampel wartet, steht dort oft eine große Anzahl von Menschen auf dem Bürgersteig in der Warteschlange. Die bunten, großen Darstellungen der exotischen Fische und Aquarien suggerieren ein lohnenswertes Ausflugsziel für Groß und Klein. Meine Frau hatte noch von einem Spielwarenhändler einen Eintrittsgutschein für eines unserer Kinder bekommen und wir beschlossen, einen Familienausflug dorthin zu unternehmen. Der Gedanke war: was derart gut besucht wird, kann eigentlich nur gut sein.
Dort angekommen warteten wir über 20 Minuten vor der Kasse, mussten aber trotz Gutschein für eines unserer Kinder für 2 Erwachsene und die 2 verbleibenden Kinder im Alter von 3 Jahren und 8 Monaten 38 Euro bezahlen.
Seit unserem Besuch haben die Preise wohl noch einmal deutlich angezogen. Mittlerweile kostet der Eintritt für einen Erwachsenen 15,50 €, mit einer Ermäßigung immer noch stolze 14,50 €. Für Kinder bezahlt man11,50 €. Wer an der Kasse noch eine Info-Broschüre mitnehmen will, berappt noch einmal separat 3,90 €.
Da sich unsere Kinder sehr auf diesen Ausflug gefreut haben, und wir zuvor recht lange in der Warteschleife standen, bezahlte ich den hohen Eintrittspreis und wir betraten das Sea Life.
Dieses besteht aus ca. 9 oder 10 Zimmern (oder Fluren). Je nachdem, als was man die Räumlichkeiten einstuft. Broschüren und die Plakate neben dem Eingang suggerieren (siehe Foto) recht große Haie und zumindest ein etwas größeres Fischbecken. Wenn man dann aber am Fischbecken steht (Beckchen wäre wohl treffender) kann man lange nach den großen Haien suchen. Wenn überhaupt sollte man von Haifischchen sprechen. Viele der Becken in den Räumlichkeiten sind von der Fläche her nicht wirklich größer als 3 bis 4 Badewannen. Auf jeden Fall wird hier weitaus weniger geboten als A. durch die Warteschlange und B. durch Plakate vor dem Sea Life suggeriert wird.
Der ganze Trip durch das Sea Life ist durch die geringe Größe der Einrichtung recht schnell beendet und mündet in einem Souvenier -Shop für Touristen. Danach erst kommt man zum nächsten Highlight des Sea Life. Dem Aqua Dom, der in einem Hotel genau gegenüber des Souvenir Shops steht. Hier muss man sich erneut in eine Warteschleife begeben.
Missmutig reihten wir uns in die nächste Warteschleife. Diese führt mitten durch ein (links) chinesisches und (rechts) amerikanisches Restaurant. Von Außen konnte man sehen, das der angepriesene Aufzug (rundum verglast) durch einen ca. 15 Meter hohen zylinderförmigen Aquarium nach oben führt. Von den Haien aus den Werbefenstern vor dem Eingang auch hier keine Spur. Nicht mal die mini Version ist hier vertreten. Auf den Broschüren schwimmen die Haie um den Aqua Dom herum. Nach etwa 15 Minuten warten zwischen speisenden Gästen, haben wir dann die Aktion enttäuscht abgebrochen, da uns die ewige Warterei mittlerweile richtig nervte.
Die Kommentare von anderen Besuchern auf folgendem Link bestätigen meinen Ärger über die Betreiber: http://www.mamilade.de/sealife/berlin/2006620-sealife_berlin.html
Unter den Kommentatoren, die dasselbe wie ich denken und äußern, ist offensichtlich auch ein Sea Life Mitarbeiter, der versucht negative Äußerungen zu relativieren. Bei einer derartigen Cashmaschine zu lasten von Touristen und Bürgen verwundert das natürlich nicht weiter.