Als am 12.01.2010 in Haiti die Erde bebte, wurden von der ARD zunächst einmal zwei Korrespondenten zum Ort des Geschehens entsandt.
Nach fast zwei Tagen konnten diese ihre Live-Reportagen aufnehmen, allerdings vorerst nur vom internationalen Flughafen in Port-au-Prince, dafür aber medienwirksam vor US-amerikanischen Militärtransportern (mit laufenden Triebwerken, so dass kaum etwas zu verstehen war) und unmotiviert durch die Gegend fahrenden Gabelstablern.
Auf Bildmaterial, dass das Ausmaß der Katastrophe in der Innenstadt von Port-au-Prince zeigte, war man von "befreundeten" Fernsehsendern und/oder YouTube angewiesen.
Dass war den ARD-Oberen zu wenig! Sie entschieden sich zur Entsendung einer Power-Frau: Anja Bröker vom ARD-Auslandsstudio New York wurde mit einem Kamera-Team in Marsch gesetzt. Die Anreise erfolgte per Flugzeug nach Santo Domingo (Dominikanische Republik) und dann mit einem Autokonvoi nach Port-au-Prince. Eine Fahrt von über 18 Stunden.
Nachdem Anja Bröker quasi die Front von hinten aufgerollt hatte, tapste sie dann auch schon durch Geröllhalden und versuchte dort, eingeborene Gesprächspartner zu finden. Diese erzählten zuerst Allerwelts-Geschichten, die gar nichts mit der Katastrophe zu tun hatten, und wenn das Thema Erdbeben angeschnitten wurde, erfuhr man eigentlich auch nur das, was vorher eh schon bekannt war.
Was sollte das nun werden? Dieses Geld (also unsere Gebühren), das für die Entsendung von Anja Bröker und ihrem Kamera-Team ausgegeben wurde, hätte man lieber für die Opfer des Erdbebens spenden sollen. Vermutlich stand Anja Bröker dort auch nur im Weg und hat noch Hilfsmaßnahmen behindert. Man hätte ihr eine Schaufel in die Hand drücken sollen!