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Antwort zu folgender Beschwerde

Nach dem ich einen Fauxpas begangen hatte, rastete eine Kassenkraft im Real SB Warenhaus in Traunstein unerwartet aus.

Ich hatte zuvor einen Kassenbon am Ende ihres Kassenbandes gefunden und in der Hand mitgenommen, um diesen nachträglich auf mein Payback-Konto zu buchen. Schnell wurde mir klar, dass das "Nachpunkten" von gefunden Kassenbons verboten ist und laut dem Real SB Warenhaus sogar eine Straftat darstellt.

Als ich mich zum Payback Punkte Automaten begeben will, kommt eine Kassiererin schimpfend auf mich zu. Sofort verstehe ich ihren Einwand gegen das Nachpunkten von fremden Umsätzen und händige ihr widerspruchslos den gefundenen Kassenzettel aus. Mir fällt dabei auf, dass ich wohl ihrer Ansicht nach den Anspruch auf respektvollen Umgang verloren habe, lautstark bezeichnet sie mich als unverschämt, arrogant und dumm.

Einen Versuch, sie um Verzeihung zu bitten, unterbricht sie harsch. Statt mich zu entschuldigen, sehe ich dabei zu, wie sich angesammelte Tropfen von ihrem Mund lösen und auf meinem Bossjacket landen. So kommt in mir die Frage auf, ob das Real SB Warenhaus die Abweichung im Kundenkontakt verschuldet hat, denn ganz offensichtlich scheint diese Dame ein Problem zu haben, das aus dem Hintergrund in die Situation hineinwirkt.

Unvermessen wendet die Kassenkraft sich von mir ab und geht immer noch wütend, schimpfend und gestikulierend zurück an ihren Arbeitsplatz. In diesem Moment bemerke ich die ungeteilte Aufmerksamkeit aller im Kassen- und Ausgangsbereich anwesenden Personen auf mir liegen. Eine alte Dame schaut mich an und rollt mit den Augen, ein junges Paar mit Kind schaut mich prüfend an, kurz um mega peinlich, vor allem wegen der Leute, die man vom Sehen kennt.

Im Begriff, den Markt zu verlassen, schaue ich noch einmal in Richtung der Kassenkraft und muss erkennen, dass diese mich noch nicht vom Haken gelassen hat. Anstatt die an ihrem Band wartenden Kunden zu bedienen, steht die Dame mit erhobenem Finger in meine Richtung über die Brüstung ihres Kassenstands gelehnt und lädt die im Kassenbereich des Real SB Warenhauses anwesenden Bürger meiner Stadt lautstark zum Eklat auf meine Kosten. Während ich versuche, meinen Weg in Richtung Ausgang fortzusetzen, feuert die Kassenkraft aus allen Rohren. Wörtlich ruft Sie mir zu: "Das ist Betrug." (Ok, verstanden, nur eigene Kassenzettel nachpunkten), "Wenn Ich Sie hier nochmal sehe, gehe Ich zur Polizei und dann gibt es eine Anzeige!"

Zunehmend fühlt sich die Situation immer unangenehmer an. Ich frage mich kurz, ob ich ein Hausverbot verdient habe, schaue noch mal kurz einer verwunderten Nachbarin in die Augen und fasse den Entschluss, final doch noch verbal in die Kontroverse einzusteigen. Zu stark war das Verlangen den von mir an diesem Nachmittag in unserem Real SB Warenhaus entstandenen Eindruck zu revidieren. Als Reaktion auf meine Eingabe lädt mich die rasende Kassenkraft temperamentvoll zu einem persönlichen Gespräch mit der Geschäftsleitung ein.

Gespannt und zugleich der nahenden Auflösung der hässlichen Situation durch die Geschäftsleitung bewusst, willige ich freundlich, distanziert ein und schaffe es gerade noch rechtzeitig Platz für die in Richtung Kundeninformation losbrechende Kassenkraft zu machen. An der Kundeninformation werde Ich zunächst der dort Angestellten, dann nach kurzem Warten, der Geschäftsführung lautstark als niederträchtiger Betrüger vorgestellt.

Erwartungsgemäß hätte die Geschäftsführung die Kassenkraft nach Erkennen der Sachlage zunächst disziplinieren müssen, um eine annehmbare Umgebung für eine Problemlösung zu schaffen. Stattdessen begann mich die Geschäftsführerin ausgiebig über das Paybacksystem zu belehren. Als ich endlich bekannt machen kann, dass mir die Fakten über das Paybacksystem mittlerweile in Gänze geläufig sind und es auch nicht meine Absicht war, der Art die Belegschaft zu provozieren, unterbricht mich die Kassenkraft abermals harsch.

Sie wollte mir noch einmal deutlich machen, wie das Verhalten fremde, weggeworfene Paybackpunkte einsacken zu wollen, zu bewerten ist. Ich versuche das Wort zurückzuerlangen, doch dies scheint nur möglich, in dem ich zunehmend lauter mitteile, dass ich meinen Eindruck zunächst weiter zu Ende argumentieren möchte. Daraufhin überrascht mich die Geschäftsleiterin abermals, in dem sie mit dem Kopf schüttelnd mitteilt, dass "da, wo laut gesprochen wird, mit Sicherheit keine Wahrheit zu finden ist." An dieser Stelle habe ich eingelenkt und ungehalten eine Entschuldigung für das Verhalten der Kassenkraft gefordert und meine Forderung nachvollziehbar begründet.

Widerspenstig verließ dann tatsächlich eine knappe Entschuldigung die Lippen der Kassenkraft. Die Geschäftsleitung fügte hinzu "Ja, die Frau Xy ist vielleicht temperamentvoll, aber angesichts der Tatsachen ist Ihr Verhalten angebracht." Irritiert, wie man es von Opfern der versteckten Kamera kennt, schaue ich mich nach Zeugen um, muss aber erkennen, dass mir nur der Rückzug von der verloren Front bleibt. Offen bleibt, ob es sich um eine einzelne, neurotische Kassenkraft und eine im Kundenumgang empathielose Geschäftsleitung handelt, oder doch besser die GFSI-Taskforce bei der Real SB Warenhauskette einige DIN-ISO-Zertifakate samt Nagel von der Wand reißen sollte.

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