Zum wiederholten Male ist eine Sendung massiv beschädigt worden.
Die Dokumente wurden dadurch auch in ihrer Beschaffenheit stark beeinträchtigt, teilweise entwertet (ungültig).
Da es sich im aktuellen Fall um das Abschlusszeugnis meines Studiums handelt, ist nun das Maß voll.
Ringsherum befindet sich eine zweistellige Anzahl Ladengeschäfte, die im Zweifel gerne Post für uns annehmen. Dazu steht auf dem Briefkasten groß (größer als der Name!) und auf dem Kuvert, in dem das Zeugnis versandt wurde (DIN A4, mit Pappe verstärkter Rücken) in rot, fett (!) "BITTE NICHT KNICKEN".
Das selbe war mit dem Deckblatt der Bachelorarbeit, diversen offiziellen Unterlagen, Wertpapieren und auch Arbeitsunterlagen für diverse Auftragsarbeiten (damit kundenrelevant) passiert. Sämtliche Zeitschriften (auch hochwertige >10,-- € das Exemplar), Büchersendungen oder auch bestellte Exemplare von Dissertationen/Diplomarbeiten werden ebenfalls geknickt. Somit habe ich z. B. seit zwei Jahren ein Abo mehrerer Zeitschriften, wovon ich noch nicht eine Ausgabe ungeknickt gelesen, geschweige denn "vernünftig" archiviert habe.
Für jeden Sch... muss ich extra zur am weitesten entfernten Poststation an den Hauptbahnhof fahren, um meine Sendungen auszulösen - obwohl hier in der Innenstadt eine "Hauptpoststelle" ist, darüber hinaus bin ich Packstationskunde vom ersten Moment an.
Ja, www.paket.de ist mir bekannt. Aber das Zeugnis, das past schon noch in den Briefkasten von vom letzten Jahrtausend.
Der Postbote hat lt. Aussage meiner Nachbarn auch schon bei seinem Vorgesetzten angerufen und gefragt, was er tun soll, woraufhin er die Anweisung "Wenn's nicht anders geht, dann knicken" erhalten hat. Was mir bei den Zeitschriften und Dingen, die ich selbst "benutze" eigentlich egal ist. Aber wie gesagt - ein Studiumszeugnis im Original gibt es nur einziges mal.
Selbiges hat mir auch schon ein bekannter Schulleiter bestätigt: Das Zeugnis trägt und ist nur voll umfänglich gültig mit zwei Original-Unterschriften.
Und "nur weil beim einen die Post schuld ist, beim anderen der Hase das Zeugnis frisst und beim nächsten der letzte Umzug alles durcheinander gebracht hat" gibt es eine beglaubigte Kopie, als höchstes der Gefühle.
Ist natürlich super, wenn in der Bewerbung eine "beglaubigte Kopie" des höchsten Schulabschlusses drin ist, wirkt bestimmt sehr professionell.
Der Vorgang wurde seitens der Deutschen Post von telefonisch unter o. g. Vorgangsnummer am 16. August gegen 19.15 Uhr aufgenommen.
Da der Vorfall nun gute zwei Wochen her ist und ich der Post Zeit zum reagieren geben wollte, ist nun in der Zwischenzeit folgendes passiert:
Erst erhalte ich einen (Standard-) Brief, in dem die Post alles bedauert, aber nach dem Motto, ich soll mich nicht so anstellen und sie freuen sich, dass ich von nun an weiter auf die Deutsche Post vertraue. Handelsübliches "Diplomaten-LMAA". Alles klar.
Dann habe ich nochmal bei der Post angerufen und gefragt, was wir denn jetzt gemeinsam machen können, um sicherzustellen, dass meine Post in Zukunft unbeschädigt ankommt. Eine sehr nette Mitarbeiterin hat den Vorfall dann am 24.8. nochmal aufgenommen.
Einen Tag später - eine Geschwindigkeit in der vermutlich nur die Briefe der Post selbst ankommen - habe ich einen Brief erhalten wie unfassbar schrecklich leid der Post alles tut und (und jetzt kommt's!) vier Briefmarken á 55 Cent als Entschädigung, die Sache wäre damit erledigt - sorry und alles ... wir freuen uns. ... etc.
Zum Vergleich: Eine einzige Ausgabe von insgesamt drei abonnierten Zeitschriften, die mir die Post seit vier Jahren verknickt zustellt, kostet über 10,-- € (Architectural Digest, falls das wen interessiert). Insofern finde ich vier Briefmarken - besonders scheußliche Exemplare noch dazu - einfach nur blanken Hohn.
Schön und gut, dachte ich mir - ärgerste dich nicht weiter, wer sich beim Briefe zustellen schon so anstellt und dann dem Kunden vier Briefmarken schickt, der hat nur nichts verstanden, der ist auch noch dreist.
Die beglaubigte Kopie habe ich in der Zwischenzeit bei der Uni angefordert und mit der (natürlich erst mal peinlichen) Bitte versehen, die Anschrift um den Adresszusatz "Bitte im Erotikshop abgeben" (hier unten drunter ist so ein Laden) zu erweitern und erneut zuzusenden.
Was passiert? Richtig! Die Post hat ihrem Zusteller die Info gesteckt, dass die Post nicht geknickt werden darf, jetzt darf ich sie am Hauptbahnhof (anderes Ende der Stadt) abholen. Klassiker!
Aber gut, mach ich natürlich gerne - hab ja schließlich vier Briefmarken erhalten.
Heute bin ich wieder nach Hause gekommen, was war? Neue Zeitschrift. Wo? Exakt: Verknickt im Briefkasten! Gut, wieder bei der Post angerufen, ganze Story von vorne, 0180-Nummer, das große Programm. Ergebnis nach 20 Minuten? "Also wenn Sie möchten, können wir Ihnen gerne noch einmal vier Briefmarken zuschicken."
Das mit den Zeitschriften, das ärgert mich sehr - bringt mich jetzt aber nicht um.
Aber das mit dem Zeugnis - das schießt den Vogel ab! Das, glaube ich, muss man so nicht hinnehmen, als zahlender Kunde. Deshalb schreibe ich jetzt hier meinen Fall, in der Hoffnung dass sich etwas tut. Und zwar nicht am Briefkasten, der ist nämlich eingemauert.