Die nachfolgende Schilderung beschreibt die Beantragung eines simplen Telekom-Anschlusses – was daraus wurde und was wir erlebt haben.
Oktober 2011. Wir planen den Bau eines Mehrgenerationenhauses. Parallel zu den ersten Grundrißzeichnungen beantragen wir den erforderlichen Telefonanschluss. Der Auftrag wird akzeptiert (Telefon, DSL, Call & Surf Comfort). Fortan erhalten wir über Monate jeden Tag eine schriftliche Bestätigung, dass die Ausführung am Vortag erfolgen wird (wörtlich). Nachdem die Altpapierstapel immer größer werden, reklamieren wir. Die Briefe hören auf. Da wir nun überhaupt nichts mehr hören, fragen wir im Februar 2012 nach.
Antwort: Der Auftrag wurde gelöscht. Als Begründung wird angegeben, dass nur so die Zusendung der täglichen, sinnlosen Briefe gestoppt werden konnte. Wie bitte? Wir lassen den Auftrag neu aufnehmen. Es folgt eine Auftragsbestätigung über einen DSL 16000 Anschluss und die Mitteilung der Telefonnummer. Und: Die täglichen Briefe kommen wieder, ohne dass sonst etwas passiert. Aber: Natürlich nicht an die angegebene Kontaktadresse, sondern an den Bauplatz. Inzwischen ist die Baugenehmigung da. Nach einiger Zeit kommen die Briefe nicht mehr, da der Postbote einige wohl nicht an den Mann bringen konnte.
März 2012. Baubeginn. Wir beschweren uns massiv, dass seitens der Telekom keine Planung des Hausanschlusses erfolgt. Schließlich sind die Arbeiten in den Bauablauf einzuplanen. Erst darauf bekommen wir die Vertragsunterlagen, die wir sofort ausfüllen und zurücksenden. Parallel beantragen wir einen zweiten Anschluss.
Das Gebäude wächst, von der Telekom erfolgt keine Reaktion. Es erfolgen unzählige Telefonate mit dem Call-Center. Man teilt uns mit, dass es einen „Sachbearbeiter“ gäbe, welcher uns zurückrufen würde. Man schrieb Emails im internen Kommunikationssystem. Nur: Einen Rückruf gibt es nie. Namen und direkte Erreichbarkeiten werden konsequent verweigert. Dann ruft jemand mit unterdrückter Rufnummer an, lässt sich meinen Namen bestätigen, sagt „Ein Anschluss geht nicht!“ und legt auf.
Eines Tages findet man die beiden Aufträge nicht mehr. Wir lassen sie neu aufnehmen. Kurz darauf ist einer der Aufträge wieder weg. Offensichtlich gelöscht. Man hätte gedacht, es sei eine Dopplung und darauf hätte irgendwer einen Auftrag gelöscht.
Der Stromanschluss wird gelegt. Der Netzbetreiber (E.On) will fertigwerden und rät sehr eindringlich, den beantragten Telefonanschluss nicht zu erwähnen. Prinzipiell wäre eine gemeinsame Kabelverlegung möglich und auch vereinbart. Aber das ist Theorie. In der Praxis hat man da wohl eigene Erfahrungen gemacht.
Endlich: Ständige Anrufe haben letztlich zur Beauftragung der Kabelverlegung seitens der TELEKOM geführt. Diese erfolgt dann recht schnell durch ein regionales Unternehmen. In 40 - 45 cm Tiefe quer durch einen Nutzgarten. Dann ist wieder Funkstille.
Oktober 2012. Ein Jahr ist vergangen. Wir haben viele Stunden am Telefon verbracht. Das Gebäude ist fertig, sogar die Außenanlagen sehen schon hübsch aus. Allein: Die Telefonleitung bleibt tot. Dies ist um so verwunderlicher, weil unser Ortsteil inzwischen mit erheblichen Subventionen vollständig mit nagelneuen Verteilern erschlossen wurde. Alle vorhandenen Anschlussinhaber erhielten von der TELEKOM Werbung für schnelle DSL-Anschlüsse und eine Werberkolonne war mehrere Tage vor Ort. Die Nachbarn bekommen reihenweise VDSL-Anschlüsse. Eine Schaltung unseres Hausanschlusses unterbleibt, dafür sendet man uns 2 Media-Receiver zu.
November 2012: Die Telekom fordert Mietgebühren für die Media-Receiver, obwohl der Anschluss nach wie vor nicht geschaltet ist, die Geräte nicht nutzbar sind und nur im Weg stehen. Jeder Anruf im CALL-Center bleibt sinnlos: Es wäre keine Leitung frei. Eine Reklamation bei der technischen Abteilung, die den Hausanschluss geplant hat, ergibt die gegenteilige Information: Jeder gewünschte Anschluss ist möglich. Man storniert die Mietgebühren, um sie einige Tage später mit der nächsten Rechnung wieder zu fordern.
Wir lassen uns nicht mehr abwimmeln. Fordern Namen und Verbindungen zum Teamleiter ein und drohen mit erneuter Veröffentlichung. Das wirkt. Das CALL-Center in Nürnberg erbarmt sich. Plötzlich kann der Anschluss innerhalb einer Woche geschaltet werden. Allerdings nur DSL 2000. Erklärung: Man schalte die Anschlüsse allmählich hoch. Drei Fragezeichen. Wir erhalten die Zusicherung, dass das Upgrade auf den inzwischen bestellten ENTERTAIN-Anschluss automatisch erfolge.
22.11.2012. Der Anschluss wird geschaltet. Der freundliche Techniker guckt nur irritiert, als ich ihn frage, warum neue Anschlüsse „allmählich hochgeschaltet“ werden müssen. Er kann es nicht erklären. Natürlich werden andere als die im März mitgeteilte Rufnummer geschaltet. Also: Alle Drucksachen sind unbrauchbar. Vielen Dank!
11.12.2012. Wir fragen nach, wie es nun mit dem schnellen Internetanschluss aussieht, für die die TELEKOM die Subventionen vom Land erhält. Die Mitarbeiterin ist schnippisch. Wir kündigen erneut Veröffentlichung und Beschwerde an. Nunmehr thematisiert sie nur noch, was wir vorhätten. Keine Sachauskunft, kein Lösungsvorschlag, nichts. Kurz darauf - wir waren bestimmt, aber ruhig und sachlich - legt sie auf. Beim nächsten Anruf dasselbe. Man bittet uns, in der Leitung zu bleiben. Und schaltet ab.
Im Ergebnis hat man also - für uns kostenpflichtig - einen Hausanschluss unter Vortäuschung der Tatsache, dass man das Kabel auch wie bestätigt beschalten würde, installiert.
Nach unzähligen Auseinandersetzungen und 14 Monaten ständiger Nachfrage haben wir ein Haus, was zunächst keine Fernsehversorgung bietet. (Nach Bestätigung des Entertain-Anschlusses hatten wir auf eine Antennenanlage und die entsprechende Verkabelung verzichtet.) Während die unmittelbaren Nachbarn kurzfristig mit VDSL 25 oder 50 versorgt wurden, dürfen sich unsere 6 Hausbewohner nach mehr als einem Jahr Vorlauf zum gleichen Preis einen DSL 2000-Anschluss teilen. Wir lassen komplett neue Drucksachen mit der veränderten Rufnummer drucken und zahlen Miete für Geräte, die wir nicht nutzen können. Zwischendurch werden wir vom CALL-Center mal hingehalten, mal abgehangen, mal zurechtgewiesen, Geduld zu haben.
Und: Es interessiert bei der Deutschen TELEKOM keinen!