folgender Sachverhalt:
Telefonisch hat sich ein Vertreter von primastrom zur Beratung für einen Festnetzanschluss bei meinem Vater (er ist 79 Jahre alt) angemeldet. Gutgläubig hat er einem Termin zum 04.09.2015 zugestimmt.
Der Vertreter (Herr Michael L.) hat meinem Vater dann erklärt, dass sein jetziger Vodafone-Festnetz-Anschluss demnächst extrem teurer wird. Dem entgegen hat er ihm dann den "modernen Festnetzanschluss" von primastrom unter Vortäuschung falscher Tatsachen für mtl. 9,95 Euro aufgeschwatzt. Dazu hat er ihm dreisterweise noch eine "NeuGarantie" für seine eigene Telefonanschlussbox für 39,90 Euro (in bar) verkauft.
Den Ausführungen des Herrn L. glaubend hat mein Vater dann den Vertrag für den "modernen Festnetzanschluss" von primastrom am 04.09.2015 unterzeichnet.
Desweiteren soll er einen Portierungsantrag gestellt haben, wofür uns jedoch kein Schreiben vorliegt.
Im Ergebnis hat mein Vater nun den gleichen Anschluss, wie er ihn bei Vodafone hatte, nur mit zusätzlichen Kosten von 39,90 Euro für die NeuGarantie auf seine Telefonbox und die einmalige Gebühr für die Simkarte von 15 Euro.
Doch nun kommt das ganze Übel der Geschichte, dass nämlich der Telefonanschluss nicht funktionieren wird. Was der Vertreter nicht erwähnt hat ist, dass der "moderne Festnetzanschluss" von primastrom nur über das O2- und eplus-Netz funktioniert, welches nach Netzabdeckungsanfrage an seiner Adresse nicht ausreicht.
Aber kein Problem. Es gibt ja das Widerrufsrecht von 14 Tagen.
Denkste, aber nicht bei primastrom. Sie bieten zwar die Inanspruchnahme (sogar über ein eigenes Formular) an, vertuschen oder akzeptieren es jedoch nicht.
Am 17.09.2015 (also fristgerecht) habe ich für meinen Vater dann seinen Widerruf per E-Mail versendet. Nachdem es seitens primastrom keine Reaktion gab, hat er die Hotline von primastrom angerufen, um sich über den Stand zu informieren. Natürlich ist der Widerruf bei primastrom nicht angekommen, obwohl es keine Mail Delivery Notifications gab und die Zustellung an eine andere Adresse tadellos geklappt hat. Die Hotline hat nun empfohlen, den Widerruf noch einmal zu senden.
Nun war ja klar, dass der Widerruf, der nun plötzlich per E-Mail bei primastrom angekommen ist, zurückgewiesen wurde.
Nach erneuter erfolgloser Kontaktaufnahme mit der Hotline habe ich im Namen meines Vaters folgende E-Mail an primastrom versendet:
Sehr geehrte Frau N.,
nach telefonischer Rücksprache bei Ihrer Hotline nun folgende Anfrage zum Sachverhalt:
Nach eigenen Recherchen im Rahmen meiner Möglichkeiten ergibt sich für mich der Sachstand, dass an meinem Standort kein Netz von O2 oder Eplus vorhanden ist.
Die Anschlussbox für den "modernen Festnetzanschluss - Telefonie via Funk", welche sich ja logisch im Gebäude befindet, hat meiner Meinung nach somit keine Empfangs- oder Sendemöglichkeit.
Ich bitte Sie dringend darum, dies nochmals zu überprüfen und mir eine Netzabdeckung an meinem Standort im Gebäude (Wohnhaus) zu bestätigen, dass weiterhin nach Umstellung ein funktionierender Telefonanschluss "Fone Basic" für mich gewährleistet ist.
Ich erwarte Ihre Antwort bis spätestens 11.11.2015.
m. f. G.
Horst Müller
Daraufhin kam mein Vater per Post vom 16.11.2015 das Antwortschreiben, in welchem sich primastrom nun darauf bezieht, dass der "moderne Festnetzanschluss", als welcher er ja verkauft wurde und im Gebäude auf seinem Grundstück als solcher funktionieren sollte, ja eigentlich ein Mobilfunk-Vertrag und -Anschluss ist, der ja nicht ortsgebunden sei.
Was für eine gegensätzliche Auskunft ist denn das?
Es ist doch schlecht möglich, die Telefonbox mit der Simkarte herumzutragen, an welcher fest mit Kabel angeschlossene analoge Endgeräte hängen! Hallo, kennen sich die zuständigen Mitarbeiter vom primastrom-Qualitätsmanagement, welche solche Aussagen treffen, überhaupt über die Anschlussbedingungen und technischen Gegebenheiten aus? Ich denk doch nicht. Dann sollten sie sich vielleicht erst mal erkundigen, wie so ein "moderner Festnetzanschluss" funktionieren sollte.
. und außerdem, wie eingangs schon erwähnt, hat der Vertreter Herr Michael L. diesen Aspekt mit dem o2-Netz ja gekonnt verschwiegen.
Hat es Ihr Unternehmen eigentlich so notwendig, so unseriös zu agieren?
Was nützt meinem Vater ein nicht funktionierender Telefonanschluss, der heutzutage lebenswichtig sein kann, besonders in seinem Alter?
Ist das Ihre Firmen-Philosophie? Ist das eine (Ihre) Abzocke am Kunden?
Wie schreiben Sie doch immer: . Da uns zufriedene Kunden sehr am Herzen liegen. also, handeln Sie doch danach oder ist das nur ein allgemeiner Spruch, der jedem Schreiben anhängt und überhaupt nicht so gemeint ist?
Überzeugen Sie mich vom Gegenteil!
U. Müller
Bestell-/Kundennummer: 813305
Meine Forderung an primastrom:
Anerkennung des Widerrufs vom 17.09.2015 und Rückzahlung der NeuGarantiegebühr von 39,90 €, Rücknahme der Portierung der Festnetznummer bei Vodafone
Antwort auf die Beschwerde vom 30.11.2015
Sehr geehrter Reclaboxer,
vielen Dank für Ihre Anfrage. Da uns zufriedene Kunden sehr am Herzen liegen, haben wir Ihre Beschwerde mit Bedauern zur Kenntnis genommen und Ihren Fall nochmals gründlich geprüft.
Wir können Ihnen den fristgerechten Eingang des Widerrufs bestätigen. Wir haben daher den Tarif und den Portierungsauftrag storniert. Leider wurde der Widerruf nicht ordnungsgemäß bearbeitet. Für hierdurch entstandene Unannehmlichkeiten möchten wir uns entschuldigen.
Bei der von Ihnen angesprochenen Neugarantie und der SIM-Karten Gebühr handelt es sich nicht um vertragliche Leistungen von primastrom. Die SIM-Karte selbst wird von primastrom kostenlos zur Verfügung gestellt. Vermutlich handelte es sich insofern um Gebühren für selbstständige Serviceleistungen des Vertriebspartners, die dieser unabhängig von primastrom anbietet und erbringt. Bedenken Sie in diesem Zusammenhang bitte, dass unsere Vertriebspartner keine Angestellten von primastrom sind und Tarife von verschiedenen Anbietern vertreiben.
Auf von Vertriebspartnern angebotene Zusatzleistungen haben wir keinerlei Einfluss und sind auch nicht an den Erlösen beteiligt. Bitte haben Sie insofern Verständnis dafür, dass wir Ihnen die entsprechenden Gebühren nicht zurückerstatten können und Sie diesbezüglich an den Vertriebspartner selbst verweisen müssen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr primastrom Team!
kommentare und trackbacks 3
So geht's uns ähnlich!
Alter: 90
Gesundheit: sehr schwerhörig (Gehörsturtz)
Eines Tages Stand ein Herr B…. bei unserer Mutter an der Tür, (lt. Gedächtnisprotokoll ihrerseits, stellte er sich mit den Worten vor - er komme von Vodafone und es ändere sich etwas und auch der monatlich Preis).
Unsere Mutter lies darauf den Abzocker herein und schwatze Ihr jetzt einen neuen Vertrag von primastrom gmbh auf - Fone Basic ohne Hardware.
Unsere Mutter muss ihre ganze Konzentration auf das zuhören lenken und kann schnellen Worten nur mühsam folgen und nach einer geraumen Zeit schaltet sie nach und nach ab. Das wurde hier schamlos ausgenutzt.
Auf dem Antragsformular fehlt das Datum, so das wir nicht nachkommen können, ab wann der Antrag gültig ist.
Im Oktober 2015 war unsere Mutter ganz erschrocken das Sie ab Februar 2016 einen neuen Telefonanbieter hat OHNE HARDWARE, bei Ihr ist alles im Moment mit Klingelverstärker und lautem Sprach-Telefon, sowie Notruftasten eingerichtet. Im Februar bekommt Sie eine Sim-Karte mit PIN zugesendet und dann?
Laut der Qualitätsmanagerin Fr. Diana Trillhase ist das alles seriös abgelaufen und nimmt somit die Vertriebspartner-Drücker in Schutz.
Unserer Mutter wurden bis heute keine AGB und Vertragsunterlagen zugesandt. Von seriösen Firmen kommen diese Unterlagen automatisch auf dem Postweg, wenn keine E-Mail Adresse mit dem Antragsformular übermittelt wird.
Diese Firma gehört auf breiter Front blockiert zuwerden, die könnten mir alles kostenlos geben ich werde kein Kunde bei primastrom gmbh.
Ich bin über diese Mitteilung (Antwort) sehr erfreut und habe auch mit Vodafone (dem derzeitigen Anbieter) bereits telefoniert. Tatsächlich ist die Portierung von Primastrom zurückgezogen worden.
Trotzdem habe ich nach dieser v. g. Antwort mit der Fa. Primastrom nochmals telefoniert und um eine schriftliche Bestätigung der Vertragslösung per Post gebeten, welche mir auch zugesagt wurde.
Leider habe ich, bzw. mein Vater, diese bis heute noch nicht erhalten.
Wenn der Vertreter (Herr Michael L.) nun noch ein Gewissen hätte und den bereits bar gezahlten Betrag zurückerstatten würde, wäre es perfekt.
Den Zusammenhang mit Primastrom kann ich nachvollziehen, jedoch sollte sich Primastrom von solchen unseriösen Vertriebspartnern trennen.
In Erwartung verbleibe ich
m. f.G.
U. Müller
Ich habe die ReclaBox-Rückfrage nach dem Status der Beschwerde wie folgt beantwortet:
Beschwerde ist gelöst