Kunden vergraulen statt Kundenservice

Bremen

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich war heute morgen in der Rossmann Filiale im Einkaufszentrum Blockdiek einkaufen gewesen und ärgere mich jetzt am Abend noch immer über die Mitarbeiterinnen wegen ihrer unverschämten Patzigkeit, insbesondere die der Kassiererin Frau Schol***/109 (ich begrüße sehr, dass der Mitarbeitername auf dem Kassenbeleg zu finden ist)!

Man könnte meinen, dass einem im Geschäft geholfen wird, wenn man etwas nicht findet und man danach fragt. Nicht aber in der Filiale in Blockdiek. Da heißt es über die Schulter nur: "Weiß ich nicht, fragen Sie eine andere Kollegin. " Es wurde sich nicht einmal bemüht der Kundin weiterzuhelfen, geschweige denn sich der Kundin überhaupt zuzuwenden.

Den gesuchten Artikel habe ich letztendlich selbst gefunden und bin mit dem Einkauf zur Kasse. Leider traf ich da auf die nächste lustlose und schier unverschämte Mitarbeiterin.

Neben die Ware legte ich Coupons mit auf das Kassenband und durch die Unachtsamkeit der Kassiererin rutschte ein Coupon in den Schlitz des Kassenbands. Statt sich dafür zu entschuldigen, dass mir der Rabatt nun nicht mehr gutgeschrieben werden konnte, stöhnte Frau Schol*** genervt auf und sagte in einem sehr patzigen Ton, ich solle in Zukunft die Coupons gefälligst oben auf die Münzablage legen. Die restlichen Coupons wurden eingescannt, wohl aber nicht überprüft, denn darunter befand sich einer für den man einen gratis Artikel bekommt, wonach ich nach dem Bezahlen extra fragen musste. Auch da wurde wieder sehr patzig mit einem genervten Stöhnen reagiert: "Sagen Sie das doch früher, ich kann den Artikel jetzt nicht mehr scannen! " Widerwillig gab Frau Schol*** mir den gratis Artikel und tat so als hätte sie mir damit einen Gefallen getan!

Wie kann es sein, dass man bei einer solch einfachen Tätigkeit mit Kundenkontakt ein derartiges Verhalten an den Tag legt? Mich ärgert nicht nur diese schier unfreundliche Art und Weise, die Frau Schol*** den Kunden entgegenbringt, sondern auch die Unfähigkeit von ihr und der Kollegin! Es ist doch keine schwierige Aufgabe Artikel und Coupons einzuscannen und diese zu überprüfen, ohne dass die Kundin noch extra darauf hinweisen muss. Auch ist es nicht zu viel verlangt von Mitarbeitern zu erwarten, dass sie wissen wo sich welche Artikel befinden, denn dieses Wissen gehört in den Aufgabenbereich!

Diese Ignoranz und diese Unfreundlichkeit der sogenannten "Fachleute" im Einzelhandel ärgert mich sehr! Nicht nur, dass es scheint als würden sie nichts über den eigenen Arbeitsplatz wissen, nein, Kundenservice scheint ein Fremdwort zu sein!

Meine Forderung an Dirk Rossmann:

Verwarnung der Mitarbeiterinnen

Firmen-Antwort ausstehend seit 9 Jahren, 202 Tagen und 5 Stunden.

Richtet sich diese Beschwerde gegen Ihr Unternehmen?

"Wie kann es sein, dass man bei einer solch einfachen Tätigkeit mit Kundenkontakt ein derartiges Verhalten an den Tag legt? "

genau da liegt das Problem, denn Sie als Kundin denken einfach nur, dass es eine einfache Tätigkeit ist, ohne den Job jemals ausgeübt zu haben. Nein, der Job ist alles andere als einfach und er beschränkt sich ganz sicher nicht nur aufs Kassieren und Coupons eintippen.

Je nachdem wo man angestellt ist, bedeutet "verkaufen" nämlich, dass man einen 10 Stunden Tag hat, oftmals ohne oder nur mit ein, zwei kurzen Pausen. Dann muss man die Regale auffüllen, Bestellungen schreiben, Ware annehmen, putzen, Kunden bedienen und kassieren, man steht ständig unter Zeitdruck weil aus der Zentrale oder von den Vorgesetzen noch zig zusätzliche Aufgaben verteilt werden, der Laden muss immer aufgeräumt sein, was kaum zu schaffen ist, da die Kunden die Regale durcheinander bringen und man wie gesagt oftmals zwischen der Kasse und anderen Aufgaben hin-und herspringen muss.

Wenn man Glück hat, darf man an der Kasse sitzen bleiben und sich alleine darauf konzentrieren. Das ist aber meist nur in Läden der Fall, in denen man vor lauter Kundenandrang auch kaum von der Kasse wegkommt.

Regelmässig muss man damit rechnen, dass der Chef unangemeldet im Laden steht und diesen auf Ordnung und Sauberkeit überprüft, und wehe der Laden ist nicht ordentlich genug. Da man jedoch meistens nur zu zweit im Laden ist, ist das kaum zu bewältigen. Ärger ist trotzdem vorprogrammiert.

Am Personal wird an allen Ecken und Enden gespart, für eine Kundenbetreuung bleibt da kaum Zeit, geschweige denn das die Mitarbeiter über jedes Produkt Bescheid wissen. Das "Wissen" über die Produkte müssen sie sich selber aneignen bzw erweitert man sein Wissen im Laufe der Zeit aufgrund der Erfahrungen, die man mit den Produkten macht oder durch das Feedback der Kunden.

Und Sie wissen nicht einmal im Traum wie anstrengend es psychisch ist, wenn man den ganzen Tag Kunden bedienen muss- vor allem wenn man das meistens alleine bewältigt, und zeitgleich noch zig andere Dinge unter Zeitdruck erledigen soll.

Hier geht es mir nicht um den unkomplizierten Kunden sondern um den, der irgendwas zu meckern, zu diskutieren hat oder einen minutenlang aufhält. Nein, ich rede nicht von Kunden, die echte Hilfe brauchen, diese Kunden sind meist sehr freundlich und brauchen wirklich Hilfe. Die meisten dieser Kunden bemühen sich jedoch wenigstens erst einmal selber, ihr gewünschtes Produkt zu finden. Andere Kunden jedoch versuchen das erst gar nicht, sondern gehen direkt zum Verkäufer und fragen, wo dies oder jenes steht. Und ja, DAS ist auf die Dauer anstrengend, wenn das 200 mal pro Tag passiert und sie bspw 20 mal pro Stunde gefragt werden, wo das Haarshampoo steht, nur weil manche Kunden zu bequem sind, selber zu gucken.

Die Unfreundlichkeit und Unlust vieler Verkäufer ist einfach auch eine direkte Folge von körperlicher als auch psychischer Überlastung, da sie zuviele Dinge zeitgleich erledigen müssen, und schon beim Kassieren oder beim Gespräch mit den Kunden im Hinterkopf haben, was sie noch alles erledigen müssen. Das sind jedoch alles Dinge, die der Kunde nicht sieht und nichts davon ahnt. Der Kunde sieht nur die Tätigkeit "kassieren", und denkt sich "einfacher Job". Dem ist aber ganz gewiss nicht so.

Erschwerend kommt hinzu, dass- je nach Umfeld- es auch viele unfreundliche und aggressive Kunden gibt, gerade in sozialen Brennpunkten. Oder wie schon erwähnt, dass viele Kunden den Laden aufsuchen, die eine Rundumbetreuung verlangen oder nur auf Krawall aus sind. Auch das prägt die Verkäufer- es ist ein riesen Unterschied ob man in einer Großstadt, einer Fußgängerzone oder auf dem Land bzw in einer angenehmen Gegend arbeitet.

Dieses aggressive Verhalten vieler Kunden bewirkt, dass sich die Verkäufer mit der Zeit verändern, selbst wenn sie anfangs noch fröhlich und gut gelaunt zur Arbeit erschienen sind, wenn man ständig diesem Psychoterror ausgeliefert ist, verändert man sich, ganz unbewusst.

Weiterer Punkt, ständig wechselndes Personal. Auch darüber bzw über die Ursachen könnte man ein ganzes Buch schreiben. Fakt ist, wenn ständig neue Verkäufer anfangen, wissen die natürlich auch noch nicht, wo sich welche Waren im Laden befinden, sondern kennen meist nur die groben Zuordnungen der Warengruppen. Und wenn ein Mitarbeiter "unfreiwillig" im Handel anfängt, weil ihn das Jobcenter oder eben die Geldnot zu dem Job zwingt, ist die Motivation halt auch im Keller. Denn was meinen Sie wohl, wieviele echte Verkäufer noch im Handel arbeiten, die den Job gerne machen wollen? Die meisten haben ganz andere Berufausbildungen, da arbeiten auch Bürokaufleute dessen Firmen dicht gemacht haben oder sie sind zu alt für ihre Branche bzw zu teuer geworden.

Nächster Punkt, wenn das Arbeitsklima im Laden schlecht ist, dann sind die Mitarbeiter auch schlecht drauf, gerade wenn man ständig von den Vorgesetzen angemacht und Druck ausgeübt wird. Und solch ein schlechtes Klima ist leider in vielen Läden Alltag.

Ich habe die ReclaBox-Rückfrage nach dem Status der Beschwerde wie folgt beantwortet:

Beschwerde ist noch nicht gelöst

So wie Sie die Arbeit als Einzelhandelkauffrau beschreiben, klingt es so als bräuchte man einen Masterabschluss dafür.

Dass der Arbeitsbereich, in diesem Fall das Geschäft, immer ordentlich aussehen muss, ist für mich eine Selbstverständlichkeit! Oder würden Sie in einem Laden einkehren, wo es wie in einem Schweinestall aussieht? Gewiss nicht! Aber anscheinend würden Sie Ihren Arbeitsbereich in ein Chaos stürzen und keinen Finger krumm machen um den Laden in Schuss zu halten, wenn der Arbeitgeber nicht regelmäßig kontrollieren kommen würde. Aus Ihrem Kommentar entnehme ich schlicht und ergreifend nur eine sehr traurige Arbeitsmoral.

Dass man vom Jobcenter zu diesem Job "verdonnert" wird oder aus Geldnot da arbeiten "muss" und man deshalb schlecht gelaunt ist, gibt einem noch immer nicht das Recht so patzig zu sein. Ohnehin tut dies nichts zur Sache. Wenn man in einem Bereich mit Kundenkontakt arbeitet, ist Professionalität gefragt.

Wenn ein Bauarbeiter, ein Berufskraftfahrer oder eine Servicekraft über seinen anstrengend Job klagt, ist dies zu verstehen! Aber wenn Sie das, was Sie in Ihrem Kommentar alles aufgezählt haben, als anstrengend empfinden, kann ich darüber nur noch den Kopf schütteln.

Ich habe die ReclaBox-Rückfrage nach dem Status der Beschwerde wie folgt beantwortet:

Beschwerde ist noch nicht gelöst

Hallo, also nach diesem Frustschreiben würde ich dringend empfehlen den Job zu wechseln, denn offenbar fühlen Sie sich genervt durch die Menschen, die Ihnen eigentlich Ihr monatliches Gehalt ermöglichen.

Ich habe die ReclaBox-Rückfrage nach dem Status der Beschwerde wie folgt beantwortet:

Beschwerde ist endgültig nicht gelöst