Inkasso nach sechs Jahren ohne Vertragsgrundlage

Montabaur

Sehr geehrte Damen und Herren, am 01.03.2017 wurde der DSL-Anschluss ohne Ankündigung über Nacht gesperrt. Zum Vertrag gibt es keine offenen und säumigen Rechnungen! Das beweist auch ein Screenshot des Infocenters 1und1.
Bei Rückfrage im Unternehmen wurde uns erzählt, man habe buchhalterische Unstimmigkeiten festgestellt und da müsse doch irgendwo noch ein Vertrag bestanden haben, amn wüsste das jetzt auch gerade nicht so genau. Wir konnten leider nicht weiterhelfen, weil nur ein DSL-Vertrag besteht. Nach tieferen Rücksprachen im Buchhaltungsbüro sprach man von einem Handyvertrag, bei dem Rechnungen aus dem Jahre 2011 und 2012 offen seien. Vertragsunterlagen sowie Vertragsnummer könnte man leider nicht einsehen, die wären beim Inkasso. Der verwunderte Kunde rief dann beim Inkassobüro Infoscore an. Dort meinte man, dass drei offene Rechnungen bestünden und man uns die Unterlagen zuschicken würde. Diese kamen bereits am nächsten Tag. Noch verwunderter waren wir, als dass wir damals wie heute hierzu keine Rechnungen/Mahnungen erhalten haben, aber nun in völliger Unkenntnis der Grundlagen zahlen sollen. Es handelt sich durch Inkassokosten (auch diese, die per Gesetz nicht zu zahlen sind) um einen Betrag von stattlichen 250 Euro, von denen die Rechnungsbeträge gering ausfallen, plus 25 Euro Inkassokosten an 1und1.

Hier nun die berechtigten Fragen eines Kunden:

  1. Warum treiben Sie Forderungen nicht zeitnah nach Rechnungslegung ein?
  2. Warum können Sie die Rechnungsgrundlagen nicht nachweisen?
  3. Warum wird der Kunde nicht angeschrieben, dass in der Buchhaltung etwas aufgefallen ist? Nach fünf Jahren wäre das der kaufmännische Weg gewesen.
  4. Ist der Kunde bei Ihnen ein dummer Junge, den man ausnehmen kann?
  5. Warum wird ein Inkassounternehmen nach fünf Jahren beauftragt mit zeitgleicher Abschaltung eines Modems?
  6. Sollen damit unberechtigte Forderungen mit Druck eingetrieben werden?
  7. Kennen Sie und Ihr Partnerinkasso Infoscore Verjährungsfristen?
  8. Kennen Sie das Wort "Schadenminderungspflicht"?

Nach heutiger E-Mail an Sie wurde uns per E-Mail nach Kürze der Zeit geantwortet, dass die Forderungen noch bestehen und wir noch die "Pauschale" von 25 Euro zu zahlen hätten, danach wäre wieder alles wie gehabt. AHA.

Wir überlegen nun, die Staatsanwaltschaft mit der Angelegenheit zu betrauen und die Bundesnetzagentur zu unterrichten.

Ihnen geben wir eine Frist bis zum 08.03.2017, eine Stellungnahme abzugeben und Ihren Pflichten aus dem Dienstleistungsvertrag bis dahin wieder nachzukommen.

Bestell-/Kundennummer: K13331209

Meine Forderung an 1&1 Telecom:

Erfüllung des Vertrages und Stellungnahme.

Richtet sich diese Beschwerde gegen Ihr Unternehmen?

Nur keine Panik. Die Forderungen sind doch längst verjährt. Einfach dem Inkasso widersprechen und fertig.

Das Thema wird täglich mit dem Kundenservice besprochen und wie überall im Internet lesbar durch die Abteilungen bei 1und1 geschoben. Man hat aber dort alle Dreistigkeit innewohnen, die Vertragsverlängerung (ab 09/2017 anstehend) anzusprechen. Geholfen wurde bis heute nicht und Infoscore bestätigte, dass die Rechnungen aufgrund von Verjährung nicht zu zahlen seien. Wir haben es dennoch getan, da wir sonst nicht freigeschaltet werden, oder eine neue Fritzbox erhalten. Habe heute eine Mail bis an den Vorstand mit Fristsetzung geschrieben. Wenn die Frist verstreicht, waren wir 11 Jahre Kunde bei 1und1 und die Bundesnetzagentur erhält die Unterlagen, Es gibt definitiv bessere Anbieter mit besserem Kundenservice.

Stimme reclaboxer 7460335 zu --- die Verjährung von Forderungen ist im BGB erklärt, Verjährungsfrist nach Ablauf von 3 Jahren. Die Verjährung wird nur dann unterbrochen und besteht weiter, wird nachweislich angemahnt. Unrechtmäßige Forderungen sind sowieso nie zu zahlen. In dem Fall sollte man EINMAL widersprechen (und den Nachweis darüber gut aufheben!) und sich zurücklehnen. Keine Diskussion. Wenn der angebliche Gläubiger mit Inkasso etwas will - kann er gern zivilrechtlich klagen. Spätestens dann ist Ruhe. Übrigens sind auch bei 1&1 die DSL sowie die Handyverträge getrennte Verträge. Falls hier gar Nötigung per Sperung vom DSL-Router angedroht wirde - würde ich im Gegenzug mit Unterlassungsklage und Schadensersatzforderungen per zu beauftragenden Anwalt antworten (auch hierzu unbedingt Nachweis aufheben = Einschreiben und Kopie Brief!) Frist setzen zur Klärung ("binnen 14 Tagen nach Eingang Widerspruch"!)
PS: insofern entgegen aller Logik wohl doch Geld floss - dann hoffentlich mit dem Vermerk "vorbehaltlich Rückforderung" - sonst Anerkennung der Forderung infolge Zahlung (so blöd kann man doch eigentlich nicht sein!)

Inzwischen wurde das Problem gelöst. Ich habe auf Rat eines hiesigen Mitglieds den Vorstand incl. Pressestelle angeschrieben und schon meldete sich das Beschwerdemanagement im Auftrag. Den letzten Rechnungsmonat sollten wir erstattet bekommen, die Anschlussgebühr für die neue Fritzbox erlassen und der VERSAND der FRITZBOX erfolgte sofort.