Hier zwei ätzende Geschichten des Billigfliegers:
Vor der Parkposition stehen zwei Männer auf und öffnen voreilig das Gepäckfach. Das Bordpersonal grinst und ermahnt übers Mikro. Der Kapitän legt eine Vollbremsung hin, um die zwei zu Fall zu bringen.
Allgemeines Entsetzen - der Kapitän schreit darauf etwas ins Mikro. Sein Vorhaben gelingt aber nicht, daher das Ganze drei Minuten später vor dem endgültigen Halt nochmal...
Meine Kleine hat sich, trotz angeschnallt zu sein, den Kopf voll am Vordersitz angehauen. Die Passagiere sind sauer, das Personal geht keine Gespräche ein, hört zu und ist aber sichtlich auch erschrocken. Angeheizte Atmosphäre, nach dem Aussteigen schreit der zu Fall gebrachte Passagier herum und hätte gern den Piloten gelyncht.
Im hinteren Teil des Fliegers saßen Hells Angels, denen man es wohl mal zeigen wollte. Irgendwie völlig unprofessionell das Vorgehen des Kapitäns. Aber vermutlich mit Rückendeckung der Gesellschaft?
Wo kann man sich wirkungsvoll beschweren? Ich hatte eine Reisegruppe (Zeugen) dabei - der Rückflug hätte auch bei Billigflugkritikern leicht ein gutes Bild der Gesellschaft abgegeben können, so aber nicht.
Im gleichen Flug saß ein junger Mann neben mir, mit immenser Flugangst und/oder eventuellen Drogenproblemen. Er bekam während des Fluges drei Flaschen Rotwein, zwei Päckchen smokeless cigarettes und anschließend für 150 Euro nach und nach Rubbellose verkauft. Immer mit einem Lächeln des Flugpersonals.
Gut, dass hier nur Kurzstrecken geflogen werden. Was ist davon zu halten?
Meine Forderung an Ryanair:
Stellungnahme
Richtet sich diese Beschwerde gegen Ihr Unternehmen?
kommentare und trackbacks 4
Reichlich abstruse Story! Woher wußte denn der Kapitän vom Tumult in der Kabine? Normalerweise ist die Tür zum Cockpit geschlossen. Oder wollen Sie etwa behaupten, dass die Stewardess über Kabinentelefon dem Kapitän die Anweisung erteilt hat, mal eben eine Vollbremsung einzulegen, weil zwei Passagiere gerade ihr Gepäck aus der Ablage holen?
Nur mal zum technischen Verständnis: Am Boden rollt das Flugzeug mit Hilfe einer Zusatzturbine (APU), wo man aber anders als beim Auto die Geschwindigkeit nicht mit Hilfe eines Getriebes, sondern allein mit den Bremsen (Stehbremse und Bremsklappen) regulieren kann. Nimmt das Flugzeug also zuviel Fahrt auf, muß der Pilot auch schon mal ein bißchen fester die Bremse betätigen.
Und was den jungen Mann mit der Flugangst betrifft. Wenn er sich das Zeugs bestellt hat, ist das seine eigene Entscheidung. Mr. O'Leary wird das sicherlich freuen. Zu einer Gefährdung des Flugbetriebs ist es ja dadurch anscheinend nicht gekommen.
Warum haben Sie hier eigentlich Ryanair als Bildungseinrichtung klassifiziert?
Da muss ich dem Vorkommentator Recht geben, die Piloten machen so etwas nicht mutwillig, um die Passagiere zu ärgern. Ich war jahrelang Flugbegleitung und weiß genau, wie manche Passagiere die Anweisungen des Personals ignorieren. In Ihrem Fall haben die Passagiere zufällig die Quittung dafür bekommen.
Sich bei einer höheren Instanz zu beschweren, wird die beteiligten Personen nur unnötige Zeit kosten. Denn, wer sich nicht an die Anweisungen hält (in diesem Fall angeschnallt sitzen zu bleiben, bis das Flugzeug seine endgültige Parkposition erreicht hat), wird kein Trost ernten.
Auch, wenn es einem nicht so vorkommt, aber das Flugzeug rollt nach der Landung noch mit 50 - 70 km/h vorwärts. Im Auto ist das ein Grund sich anzuschnallen. Im Flugzeug auch.
Hallo,
ausgedacht habe ich die Geschichte nicht. Die wütende Durchsage des Kapitäns: "... please sit down...", hat bestätigt, dass er wegen der stehenden Passagiere auf die Bremsen ging. Wenn diese Geschichte so unglaubwürdig klingt, zeigt es doch, dass das Verhalten so nicht akzeptabel ist. Da sitzen ja noch 150 andere mit im Flieger, deren Sicherheit vorgeht.
Gruß
Stefan
Ich habe die ReclaBox-Rückfrage nach dem Status der Beschwerde wie folgt beantwortet:
Beschwerde ist gelöst.