Man verkauft unnötige Reparaturarbeiten

Ende Februar war in Moers bei ATU um eine Inspektion machen zu lassen. Hierbei wurde festgestellt, dass die vorderen Bremsen erneuert werden müssen. Im Hinblick darauf, dass im März der TÜV fällig war, habe ich die Reparatur machen lassen. Bei der Anmeldung zur Inspektion habe ich mir auch das Mobilitäts Service Heft (2x Inspektion, 4xRadwechsel,1xTÜV/AU etc) gekauft.

Als ich dann am 26.03. wieder in die Werkstatt ATU in Moers fuhr um die TÜV Überprüfung machen zu lassen, dachte ich mir, es kann ja nichts passieren. Leider falsch gedacht.

Es wurden folgende Mängel festgestellt:

Bremsen vorne ungleich

Bremsen hinten ungleich

Feststellbremse Hebelweg zu lang

Verbandskasten nicht mehr aktuell (diesen hatte ich erst letztes Jahr bei eben diesem ATU gekauft)

Gasanlagendichtungsprüfung konnte nicht durchgeführt werden da Gasanlage defekt/leer.

Also kein TÜV

Hätte das mit der Gasanlage nicht draufgestanden hätte ich mir keine Gedanken gemacht. Da ich aber am Tag vorher getankt hatte und seitdem nur auf Gas gefahren bin, machte mich das skeptisch. Auf meinen Einwand bekam ich nur die Antwort, dass der Prüfer nicht mehr da sei und die selbst keine Ahnung von Gasanlagen hätten. Auf meinen Einwand her, warum das mit dem Bremsen bei der Inspektion nicht festgestellt worden wäre, teilte man mir mit, dass man die Handbremse damals eingestellt hätte, diese jetzt aber wieder zurückgestellt hätte und dabei festgestellt hätte, dass die Seile zu schlaff wären (Aha, sehr komisch. Man stellt die Bremse so ein wie mans gerade Braucht?). Also habe ich mir im Verkauf erstmal einen Termin geben lassen um die Handbremse reparieren zu lassen. Diese sollte 95 Euro (Materialkosten ca 9,00 Euro) kosten. Dies kam mir alles sehr komisch vor.

Ich bin dann sofort zu der Werkstatt gefahren, wo ich habe damals die Gasanlage habe einbauen lassen. Der Meister ging mit mir zum Auto, startete und sofort sprang die Gasanlage an. Also von einem Defekt war keine Rede. Daraufhin fragte er mich ob er den Wagen mal auf seine Bremsprüfanlage fahren dürfe. Da mein Tag eh im A…war stimmte ich zu. Ich durfte auch dabei sein und siehe da alle Bremsen im grünen Bereich. Ausser der Hebelweg der Handbremse. Also habe ich hier einen Termin für die Dichtigkeitsprüfung und TÜVgemacht. Und siehe da, es war eine reine Einstellungssache. Keine neuen Seile, keine 95 Euro Reparatur!!!!

Da stellt sich hier die Frage: Hat der Prüfer (Dipl-Ing Dr) der DEKRA eigentlich mein Fahrzeug gesehen??? Unterstützt die DEKRA die Umsatzbeschaffung von ATU?? Denn dies ist Umsatzfördernd: Der Kunde zahlt ja nichts bzw nur die TÜV Gebühr also müssen wir für Umsatz sorgen und da es eh eine Frau ist, die keine Ahnung hat…….

Leider ist es mir nicht zum ersten Mal bei ATU passiert, dass man mir eine Reparatur aufschwazte die nicht nötig war. Nur war ich damals leider nicht so im Bilde.

Mein Fazit: Ich werde jetzt nur noch die übrigen Leistungen der Flatrate nutzen und sonst ATU meiden.

Meine Forderung an ATU:

Stellungnahme der DEKRA und ATU

Firmen-Antwort ausstehend seit 16 Jahren, 70 Tagen und 15 Stunden.

Richtet sich diese Beschwerde gegen Ihr Unternehmen?

@Tanja Weerts: Ein ähnliches Problem - wenn auch nicht im Zusammenhang mit ATU - wurde hier auch schon einmal veröffentlicht, s.u.:

http://de.reclabox.com/beschwerde/13945-gtue-gesellschaft-fuer-technische-ueberwachung-stuttgart-eklatanten-mangel-einfach-uebersehen

Der Autor sieht den Grund dafür, dass die staatliche Aufsicht die TÜV-Prüfungen an private Ingenieur-Büros abgegeben hat. Vermutlich sind dort im Hintergrund irgendwelche Lobbyisten am Gange. Man könnte das ganze auch Korruption nennen. Ergebnis dieser Machenschaften ist, dass der Autofahrer als Melkkuh der Nation mal wieder abgeschröpft wird.

@Hoppenstedt

Die Prüfungen wurden schon immer von "Privatunternehmen" durchgeführt. Auch der schon immer nur "TÜV" genannte Verein ist ein auf Gewinn ausgerichtetes Unternehmen, auf den der Staat keinerlei Einfluss hat.

Ich habe die ReclaBox-Rückfrage nach dem Status der Beschwerde wie folgt beantwortet:

Beschwerde ist noch nicht gelöst.

Bisher keine Kontaktaufnahme durch ATU und/oder DEKRA erfolgt.

Hallo Tanja, als alter Hase mit 60 Jahren lasse ich den TÜV den Wagen erstmal abchecken, welche Mängel vorhanden sind.
Falls welche vorhanden sind, lässt man diese Mängel beheben und fährt dann noch einmal zur Untersuchung.
Dann wird das Fahrzeug kontrolliert, ob die Mängel behoben worden sind und bekommt dann die Plakette.
Somit erspart man sich viel Ärger und Geld, OK?

Keinerlei Reaktion. War ja auch nicht anders zu erwarten.

Ich war am 21.11.2007 zum Reifenwechsel bei ATU Mannheim. Dabei wurde angeblich festgestellt, dass Radbremszylinder und Bremsbacken hinten defekt sind. Der "nette" Angestellte wollte gleich einen Termin für die Reparatur vereinbaren. Mehr als ein Jahr später bei der HU im April 2009 wurden keine Mängel festgestellt. Noch heute funktionieren die Bremsen einwandfrei.