Trotz schriftl. Zusicherung vom 2.9.2010, dass der WärmeStrom Eintarif rückwirkend ab 1.3.2010 für mich erfasst wird, warte ich bis heute auf eine korrigierte Endabrechnung über meinen Stromverbrauch 2009/10.
Meine Verbrauchsabrechnung 2009/10 für Nachtspeicher-Heizstrom vom 2.5.2010 erfolgte nach dem Tarif "Grundversorgung Heizstrom".
Zwei Wochen später erhielt ich von E. ON-Mitte folgendes Angebot: "Stellen Sie jetzt noch um auf E. ON WärmeStrom Eintarif und Sie profitieren rückwirkend ab dem 1.3.2010 zu den günstigen Preisen". Diesen Auftrag habe ich drei Tage später am 20.5. fristgerecht an E. ON-Mitte/Kassel abgeschickt. Von E. ON erfolgte darauf keinerlei Reaktion, keine Eingangsbestätigung, totales Schweigen.
Unter dem 28.6. erhielt ich die Mitteilung, dass für meinen Vertrag Grundversorgung Heizstrom (nicht WärmeStrom Eintarif) das neue Vertragskonto 282 001 317 790 lautet.
Darauf bat ich am 14.7. per Brief um eine Auftragsbestätigung für meinen o. a. Antrag und eine Rechnungskorrektur 2009/10. Am 20.7. erhalte ich telefonisch die Mitteilung mit der Bitte um etwas Geduld, E. ON hätte Probleme mit einer Umstellung, aber das mit dem WärmeStrom Eintarif ginge o. k. Danach wieder totales Schweigen.
Am 31.8. ist meine Geduld erlahmt. Ich rufe das E. ON-Service-Telefon an, erinnere an meinen Auftrag und bitte um Reduzierung der monatl. Abschlagszahlungen. Zwei Tage später wird mir schriftl. mitgeteilt, dass die Abschlagszahlung von monatl 194,- € auf 157,- € reduziert wird. Außerdem wird mir schriftl. folgendes zugesagt: "Wir bestätigen Ihnen, dass der Vertrag E. ON WärmeStrom Eintarif bei uns eingegangen ist. Wir werden den E. ON WämeStrom Eintarif rückwirkend ab 1.3.2010 erfassen. Bitte haben Sie noch etwas Geduld. Die Bestätigung erhalten Sie dann mit separater Post". Unterzeichnet haben A. O. und A. L.
Da auch nach acht Wochen keinerlei Bestätigung eintrifft, fahre ich am 26.10. nach Kassel zur Zentrale von E. ON-Mitte. Am Empfangstresen werde ich über Haustelefon mit einem Herrn S. verbunden, der unser Gespräch immer wieder mit der stereotypen Wiederholung von Problemen bei einer "Systemumstellung" und Entschuldigungen über dieses Versehen garniert. Er sagte mir aber ausdrücklich zu, dass meine Angelegenheit mit dem Vertrag nunmehr wirklich in Ordnung gebracht würde.
Ein letztes Mal glaubte ich diesen Zusagen, bis fünf Monate später am 16.3.2011 in der Mitteilung von E. ON über die neuen Heizstrompreise statt des WärmeStrom Eintarif der Tarif Grund- und Ersatzversorgung genannt wird.
Bei zwei Anrufen von mir beim E. ON-Service-Telefon (am 18.3. Frau T.und am 24.3. Frau W.) hörte ich wieder nur gebetsmühlenartig die Begründung mit Umstellungsproblemen, vielfachen Entschuldigungen und die Zusagen, mein Antrag würde nun wirklich umgehend zum 1.3.2010 rückwirkend in Kraft gesetzt. Sie bestätigten sogar das Vorliegen meines Antrages, er sei nur versehentlich nicht "eingestellt" worden. Aber danach geschah wieder nichts.
Am 5.4. mahnte ich mittels E-Mail bei E. ON eine Beendigung der Hinhaltetaktik über ein Jahr an. E. ON's Antwort-Mail lautete "Wir werden Ihre Angelegenheit zügig bearbeiten." Inzwischen sind schon wieder sechs Wochen vergangen, aber eine "zügige" Antwort liegt bis heute nicht vor. Die gleiche Standard-Antwort bekamen meine Mails vom 2.5. und 3.5. Ein auf der E. ON-Webseite im Internet geäußertes Angebot um Rückruf wird einfach ignoriert, eigene Anrufe landen in endlosen kostenpflichtigen Warteschleifen.
Meine Jahresabrechnung 2010/11 beruht wieder auf dem teuren Tarif Grund- und Ersatzversorgung für Heizstrom.
Mein Fazit:
Zusammen mit meinen eigenen Erfahrungen innerhalb der letzten zwölf Monate komme ich beim Lesen der vielen Beschwerden über E. ON im Internet zu der Erkenntnis, dass E. ON eine Kundenbetreuung praktiziert, die typisch für Monopolisten ist. Um Kunden braucht man sich nicht zu kümmern, deren Kontaktversuche werden einfach ignoriert! Leere Versprechungen und geheuchelte Entschuldigungen bilden den "Service".
Und um der Geschichte die Krone aufzusetzen, finden sich in E. ON's Briefen Sprüche wie: "Wir möchten, dass Sie als unser Kunde zufrieden sind", mit denen diese "zufriedenen" Kunden auch noch verhöhnt und verspottet werden. Briefe und E-Mails werden einfach nicht beantwortet! Das alles spricht für die Seriosität eines Unternehmens.
Würde ich bei meinen Zahlungen mit E. ON-Mitte in gleicher Weise umspringen, der Strom wäre mir längst abgeklemmt worden! Als Standard-Begründung muss immer wieder eine "Systemumstellung" herhalten. Wenn ein Großunternehmen, welches auch mehrere Kernkraftwerke betreibt, nicht in der Lage ist, innerhalb eines Jahres eine "Systemumstellung" in den Griff zu kriegen, dann kann einem nach dem Fukushima-Ereignis nur Angst und Bange werden. TEPCO lässt grüßen.
Ich fordere E. ON-Mitte auf
1.) endlich die schriftl. Zusage einzulösen, den E. ON Wärmestrom Eintarif rückwirkend ab 1.3.2010 anzuwenden,
2.) meine Jahresabrechnungen 2009/10 bzw. 2010/11 und die laufenden Abschlagszahlungen entsprechend zu korrigieren,
3.) einen angemessenen Ersatz für Telefon- und Fahrtkosten zu leisten - und
4.) endlich eine Kundenbetreuung zu installieren, die das Wort "Service" auch wirklich verdient.
Bestell-/Kundennummer: E.ON-Vertragskonto 282 001 317 90
Meine Forderung an E.ON Mitte:
Einlösung der schriftl. Zusage rückwirkend ab 1.3.2010 Erfassung des E. ON-Wärmestrom Eintarif, Korrektur der Jahresabrechnungen 2009/10 und 2010/11
Antwort auf die Beschwerde vom 18.05.2011
Guten Tag, Herr Krömer,
Sie haben Recht, von einem kundenorientierten Energiedienstleister können Sie mehr erwarten. Wir bitten Sie um Entschuldigung, dass Sie bisher noch keine Bestätigung für Ihren Vertragsabschluss E. ON WärmeStrom erhalten haben und auch Versprechen nicht eingehalten wurden.
E. ON Mitte Vertrieb hat Ende Mai 2010 das Abrechnungssystem umgestellt und Ihre Vertragsbearbeitung ist genau in diesen Zeitraum gefallen. Deshalb kann Ihr Vertrag heute auch nur rückwirkend zum 2. Mai 2010 umgesetzt werden. Selbstverständlich darf daraus für Sie kein Nachteil entstehen - und das wird es auch nicht!
Sie erhalten in den nächsten Tagen Post von uns.
Wir hoffen, dass wir die für Sie leidige Angelegenheit nun in Ihrem Sinne lösen können und Sie in Zukunft wieder von unserem Service überzeugen können.
Beste Grüße
Ihr E. ON Vertrieb
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Nachdem praktisch am gleichen Tag auf meine Beschwerde in der ReclaBox eine direkte Antwort von E.ON erschien, erhielt ich am Tag darauf (Freitag 20.5.) einen Anruf von E.ON. Mir wurde mitgeteilt, dass die Jahresrechnung korrigiert wird. Am Montag (23.5.) erhielt ich die schriftl. Bestätigung, dass mein Vertrag für E.ON WärmeStrom Eintarif rückwirkend ab 1. Mai 2010 beginnt. Am 25.5. kam dann auch schriftl. eine Neuberechnung meines Jahres-Stromverbrauchs 2010/11. Diese ergab ein Guthaben und eine Reduzierung der monatl. Abschläge. Eine Korrektur für 2009/10 könne wegen der "Systemumstellung" nicht erfolgen, aber eine Neuberechnung "zu Fuß" ergab ebenfalls ein Guthaben. Beide Berechnungen sind sachlich korrekt und die daraus resultierenden Guthaben sollen in den nächsten Tagen auf mein Konto überwiesen werden. Im Vertrauen darauf möchte ich heute schon Danke sagen, trotz der Vorgeschichte, aber auch fragen: "Warum nicht gleich so?" Wie viele, besonders ältere, Mitbürger haben keinen Zugang zum Internet und der ReclaBox. Die sind derartigen "Systemumstellungen" hilflos ausgeliefert! G. Krömer