Fehlerhafte Zertifizierung

Auf der Internetseite des Stromvergleichsportals www.verivox.de findet man folgende Information:

"Als unabhängiges Verbraucherportal stehen Integrität und Glaubwürdigkeit unserer Informationen an erster Stelle. Unsere Online-Prozesse wurden deshalb durch den TÜV SÜD erfolgreich geprüft, wobei ein großes Augenmerk auf Datenschutz und technische Sicherheit gelegt worden ist."

Folgt man dem angegebenen Link, so kommt man zur Seite http://www.safer-shopping.de/62.html?showUID=330 und findet dort folgende Information:

"z. B. Erfolgen die Prozesse beim Online-Preisvergleich gemäß den Zusagen, die dem Nutzer gegeben wurden?"

Dies ist eine fehlerhafte Bewertung, und das aus zwei Gründen:

1. Fehlende Unabhängigkeit
Verivox bezeichnet sich zwar als "unabhängiges Verbraucherportal". Beim näheren Hinsehen bezeichnet Verivox u. a. folgende Stromlieferanten als "offizielle Partner":
- Stromio GmbH
- ExtraEnergie GmbH
- envacom Service GmbH
- SuperEnergie Versorgungs mbH
. und führt für diese Unternehmen die Auftragserfassung durch. Wie kann ein Unternehmen, dass angebotene Stromlieferanten als "offizielle Partner" bezeichnet, unabhängig sein?

Dies widerspricht der Formulierung "Mit geprüfter Qualität, Sicherheit und Transparenz ist www.verivox.de in hohem Maße vertrauenswürdig. " auf dem Safe-Shopping Zertifikat. Transparenz ist nicht gegeben.

2. Die Zusagen werden im Falle des "offiziellen Partners" Stromio GmbH nicht eingehalten.   In den Aufträgen, die an Verivox gesandt wurden, findet sich bis heute die Aussage "inkl. EEG-Umlage". Ende 2010 hat jedoch Stromio an Kunden eine weitere Erhöhung der EEG-Umlage weiterreichen wollen. Die entsprechenden Kundenbeschwerden finden sich z. B. auch auf der Seite von Verivox.
Die Preiszusage, die im Verivox-Vergleich gemacht wurde, wurde nicht eingehalten.

Bestell-/Kundennummer: noch keine

Meine Forderung an TÜV SÜD Management Service München:

Stellungnahme und Richtigstellung der Zertifizierung

Antwort auf die Beschwerde vom 15.08.2011
TÜV SÜD Management Service GmbH München

Abteilung: Internetzertifizierungen s@fer-shopping

05.09.2011 | 08:42 Uhr

Wir möchten den Beschwerdeführer bitten, mit uns in Kontakt zu treten oder sich direkt an Verivox zu wenden.

Wir bitten auf unsere Seite ein Formular an, bei dem sich Endverbraucher direkt an uns wenden können.
https://www.safer-shopping.de/index.php?id=reklamation

bewerten sie die antwort von TÜV SÜD Management Service GmbH München

Wie oft kommt das Gesülze jetzt noch?
Wende Dich endlich direkt an Verivox und verschone uns hier damit.
Millionen Verbraucher sind zufrieden mit dem Portal!

Dies ist leider kein Gesülze, sondern sind Tatsachen. Verivox lässt Stromer wie Stromio in dem Portal, kassiert Kopfprämien und lässt Stromio gewähren. Damit macht sich Verivox zum Handlanger. Bei seriösen Anbietern ist Verivox sicher prima. Bei Kundenabzockern und Blendern wie Stromio wird aber fleißig mitkassiert. Sorry, erst denken, dann schreiben, mein Lieber.

Beschwert Euch massenweise bei:
Vertriebsleitung TÜV Service:
Dieter Flesch E-Mail: hans-dieter. flesch (at) tuev-saar. deoderinfo (at) tuev-saar.de, Tel. : 06897 / 506-573

E-Mail an die Bundesnetzagentur schicken.
Dort den Fall schildern.

Verbraucherservice-energie@bnetza.de

Danach Ökostrom mit „OK Power“ Label bestellen.
Beruhigt das Gemüt und das Klima!

"Wie oft kommt das Gesülze jetzt noch?"

Das sind Fakten. Zeitweise hatte Stromio bei der Verivox-Bewertung nur noch eine Zustimmung etwa 1/3. Diejenigen, die sich geäußert haben, haben über mangelnde Erreichbarkeit, unklare Rechnungen, zu hohe Abschläge, willkürliche Forderungen und Androhung von Kündigung und Inkasso geklagt.

Ein angeblich unabhängiges Portal namens Verivox hat keine bessere Idee, als Ausreden wie "Stromio wurde von Neukunden überrannt" einzustellen. Nach wie vor bezeichnet man Stromio und ein paar andere als "offiziellen Partner". Gelernt hat man aus den Kundenbeschwerden offenbar nicht viel.

Und am Ende bekommt diese ganze Konstruktion den TÜV-Stempel "ja, Verivox ist unabhängig".

Ganz großes Kino.

Leider hat sich der TÜV Süd noch nicht gemeldet.

Verivox sagt von sich Zitat:

"Verbraucherschutz bei Verivox

Der Verbraucherschutz bei Verivox bietet Ihnen mehr Sicherheit und Transparenz auf den umkämpften Energie- und Telekommunikationsmärkten.

Verivox engagiert sich für Ihre Rechte als Verbraucher

Seit 2009 entwickelt und verschärft Verivox seine Richtlinien zum Verbraucherschutz. Dieses Engagement beinhaltet neben Richtlinien in den Verivox-Tarifrechnern auch politische Forderungen. . . "

Weiterhin heißt es bei Verivox Zitat:

„Als Verbraucherportal hat Verivox es sich zur Aufgabe gemacht, Verbraucher umfassend zu informieren. Angebote müssen leicht und ohne tiefere Detailkenntnisse verständlich sein, damit der Energiemarkt transparent und vergleichbar für Verbraucher wird“

und Verivox ist „Das unabhängige Verbraucherportal“.

Auch heißt es auf der Internetseite von Verivox:

Zitat: "Verivox hilft

Unsere Richtlinien zum Verbraucherschutz können nicht vollständig ausschließen, dass es in einzelnen Fällen bei einem Anbieterwechsel zu Problemen kommen kann.

Wir arbeiten kontinuierlich daran, unseren Service für Verbraucher weiter zu verbessern, darum nehmen wir jedes Anliegen ernst.

Sollten nach einem Anbieterwechsel über unser Verbraucherportal Schwierigkeiten mit dem neuen Versorger aufgetreten sein, steht Ihnen unser Kundenservice sehr gerne helfend zur Seite, natürlich kostenfrei.

Teilen Sie uns Ihre Verivox-Interessentennummer mit und schildern Sie uns kurz Ihren Fall, wir nehmen Kontakt zum jeweiligen Anbieter auf und versuchen, das bestehende Problem zu lösen. . . " (Zitatende)

Mit diesen Aussagen habe auch ich mich bei der Wahl des Energielieferanten sicher gefühlt und gemeint, ich sei bei so etwas ähnlichem wie der Verbraucherzentrale gelandet. Leider habe ich andere Erfahrungen gemacht.

Ich frage mich, warum Verivox als unabhängiges Verbraucherportal nicht die wechselwilligen Energiekunden aufklärt und warnend informiert.

Wieso nennt Verivox sich "unabhängiges Verbraucherportal"?

Darf Verivox sich so nennen, obwohl Verivox doch von uns Kunden aufgrund der Vermittlungsgebühren / Provision profitiert - also ein gewerbliches Unternehmen ist?

Oder habe ich etwas falsch verstanden?

Strom und Gas gehören zum Bedarf des täglichen Lebens!

Mein Eindruck ist, dass der Bedarf des täglichen Lebens - insbesondere ein Energielieferantenwechsel (vielleicht auch bald der Kauf von Brot und Brötchen?) - nur noch im Beisein / nach Prüfung eines Anwaltes erfolgen sollte.

Es bleibt zu hoffen, dass die Spirale der ewigen Gewinnmaximierung auf Kosten der Verbraucher und zum Nutzen einiger weniger gestoppt wird.

Wieso nennt Verivox sich "unabhängiges Verbraucherportal" bzw. wieso darf Verivox sich in der Selbstdarstellung als "unabhängiges Verbraucherportal" bezeichnen?

Laut Wikipedia steht Unabhängigkeit für

Zitat: "ein durch wirtschaftlicher Sicherheit unterstützter Zustand"

Wenn man nicht unabhängig ist - also kein durch wirtschaftliche Sicherheit unterstützter Zustand besteht -, sondern abhängig - dies bedeutet Unselbstständigkeit bzw. das Angewiesensein auf bestimmte Leistungen, Unterstützungen, Erlaubnis etc. von Personen, Institutionen - verkennt man dann nicht etwas die Realität, wenn man trotzdem behauptet, unabhängig zu sein?

Sehr witzige Reaktion. Man fragt den TÜV SÜD, nach welchen Kriterien er denn zertifiziert. Und als Antwort kommt: "bitte wenden Sie sich an das zertifizierte Unternehmen". Soll man daraus schließen, dass Verivox die Kriterien selbst festlegt? Dann muss man sich nicht wundern. (Vielleicht bin ich ja blind oder so, aber unter dem angegebenen Link kommt man zu einer weitgehend leeren Seite OHNE Reklamationsformular.)

Artikel über Verivox:

Http://www.derwesten.de/nachrichten/Verivox-soll-Teldafax-heimlich-informiert-haben-id5068401.html

www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/verivox-kassierte-bei-teldafax-ab/4614042.html

www.strom-magazin.de/forum/board-flexstrom/thread-verivox-verwickelt-in-teldafaxskandal-1201-page-1.html

Artikel vom 20.09.2011 "Teldafax-Pleite war Behörden wohl lange bekannt":

Http://www.derwesten.de/nachrichten/wirtschaft-und-finanzen/Teldafax-Pleite-war-Behoerden-wohl-lange-bekannt-id5081410.html

Artikel der Stiftung Warentest vom 20.09.11 "Vorwürfe gegen Verivox: Wie Verbraucher reagieren sollten" beachten:

Http://www.test.de/themen/umwelt-energie/meldung/Vorwuerfe-gegen-Verivox-Wie-Verbraucher-reagieren-sollten-4282900-4282902/

Zitat: "Tipps

- Deaktivieren Sie im Tarifrechner die voreingestellten Häkchen für Vorauskasse, Kaution und Neukundenbonus.

- Wenn Sie die Vergleichsportale nicht mit Provisionen unterstützen möchten, dann können Sie sich auch direkt beim neuen Stromversorger anmelden." (Zitatende)

Bericht des Bundes der Energieverbraucher vom 21.09.2011 "Kritik an Verivox überzogen" beachten:

Http://www.energieverbraucher.de/de/Energiebezug/Strom/Wechsel-des-Stromanbieters/Strompreisvergleiche-im-Internet__504/NewsDetail__12104/

Zitat: ". . . Im Oktober 2010 berichtete das Handelsblatt von der Überschuldung von Teldafax und dessen erheblicher krimineller Energie. Nicht einmal daraufhin schritt die Bundesnetzagentur ein. Teldafax rangierte in alle Vergleichsportalen weiterhin ganz vorn, so wie heute Flexstrom. . . . " (Zitatende)

Ich denke, da kommt wohl nichts Substanzielles mehr. Schade - angesichts der Verivox-Teldafax-Verstrickungen wäre es umso wichtiger, Klarheit zu erhalten, warum im Rahmen der Zertifizierung diese Probleme nicht aufgefallen sind. Diesen Schuh muss sich der TÜV durchaus mit anziehen.

Unsere Beschwerden scheinen etwas zu bewirken - zumindest werden die Beschwerden in den Medien thematisiert:

Artikel "Stiftung Warentest fordert für Tarifrechner Kontrolle der Bundesnetzagentur" beachten

Zitat:

"Als Konsequenz aus den Manipulationsvorwürfen gegen das Vergleichsportal Verivox soll die Bundesnetzagentur Tarifrechner im Internet kontrollieren.

Das verlangt Hubertus Primus, Chefredakteur der Zeitschrift "test" im ZDF-Wirtschaftsmagazin "WISO",..."

Http://www.zdnet.de/news/41556723/stiftung-warentest-fordert-fuer-tarifrechner-kontrolle-der-bundesnetzagentur.htm