Zug fährt nicht zur Endhaltestelle, kein Warten auf Anschluss etc

Berlin

Gestern hatte ich an die Deutsche Bahn AG Folgendes geschrieben

Heute, am 01.12.11, wollte meine Freundin unter Nutzung eines IC von Heidelberg Altstadt nach Gaildorf-West fahren, mit S um 17:17 ab Heidelberg Alststadt, dann nach 12 min Aufenthalt von Heidelberg-Haubtbahnhof mit dem IC nach Stuttgart, dann von dort nach Gaildorf-West.

Erst unmittelbar vor Ankunft des schon um ca. 6 min verspäteten Zuges wurde durchgesagt, dass dieser vom anderen Gleis abfährt. Wir mussten also durch die Unterführung rennen, gut, dass ich den schweren Koffer meiner Freundin tragen konnte. Der Zug stand dann in Heidelberg-Weststadt lange, so dass der IC nicht mehr hätte erreicht werden können. Das war aber egal, da dieser wegen eines Oberleitungsschadens ohnehin ausgefallen ist. Man gab meiner Freundin dann die Auskunft, sie solle eine andere Verbindung mit einem RE nehmen, dieser ist dann aber auch ausgefallen. Daraufhin prüfte meine Freundin die nächste reguläre Verbindung nach Gaildorf-West. Diese ging auch über Heilbronn, Ankunft wäre aber aufgrund eines ca. 1stündigen Aufenthalts in Schwäbisch-Hall Hessental erst gegen 22 Uhr in Gaildorf-West gewesen.

Da meine Freundin die Möglichkeit hat, sich am Bahnhof in Schwäbisch-Hall Hessenthal (Ankunft ca. 20:50) abholen zu lassen, was nicht allzu weit von Gaildorf-West entfernt ist, überlegte sie diese Verbindung zu nehmen, sie hatte aber wegen der hohen Verspätungen an dem Tag starke Bedenken, ob sie in Heilbronn den recht knappen Anschluss erreichen würde und überlegte, ob sie nicht erst morgen fahren solle. Also fragte sie das Servicepersonal am Bahnsteig, ob sie damit rechnen könne, den Anschluss zu erhalten. Dort sagte man ihr, es werde vor dem regulären Zug (der erst in ca. 30 min fahren würde) gleich noch ein 40 min verspäteter Zug nach Heilbronn abfahren, dann würde sie ja den Anschluss in jedem Fall noch schaffen. Meine Freundin stieg also in diesen Zug ein.

Damit hätte sie den Anschluss auch erreicht, allerdings erfolgte erst kurz vor Bad-Friedrichshall Jagdstfeld die Durchsage, der Zug endet wegen der Verspätung jetzt dort und werde nicht mehr nach Heilbronn weiterfahren. Die Fahrgäste sollten aussteigen und den nächsten Zug nach Heilbronn nehmen, der um ca. 20:10 in Heilbronn ankäme. Damit konnte meine Freundin aber den Anschluss, der ca. 20:05 in Heilbronn abfuhr, nicht mehr erreichen. Es war außer Sicherheitspersonal auch niemand anzutreffen, der hätte dafür sorgen können, dass der Anschluss wartet, das Sicherheitspersonal sagte, der würde ohnehin nicht warten.

Da mindestens drei weitere Fahrgäste auch auf diesen Anschluss angewiesen waren, teilten diese sich dann für 24 EUR ein Taxi, um die Strecke nach Heilbronn möglichst schnell zurückzulegen und den Anschluss doch noch zu erreichen. Das Taxi kam auch so rechtzeitig an, dass meine Freundin und die anderen zwei Personen rechtzeitig am Bahnsteig erschienen, als die Türen des Zuges noch geöffnet waren, aber trotz Winkens etc. wurden diese geschlossen und der Zug fuhr ab. Die nächste Verbindung in Richtung Gaildorf bzw. Schwäbisch-Hall-Hessental kommt erst in eineinhalb Stunden und hat eine weitere lange Umsteigezeit in Öhringen.

Jetzt wird meine Freundin vermutlich wenn überhaupt mit mehreren Stunden Verspätung ankommen, außerdem rief sie mich vorhin vollkommen fertig und verheult an, weil sie sich beim Rennen zum Zug so verausgabt hat und noch das Taxi vergeblich bezahlt hat.

Es kann ja (sollte aber nicht) mal vorkommen, dass Züge wegen Oberleitungsschäden ausfallen. Dass dann der andere Zug aber einfach und noch dazu ohne Ankündigung (denn sonst wäre meine Freundin wieder zu mir zurück gefahren) nicht bis zum angegebenen fahrplanmäßigen Bahnhof Heilbronn fährt, sondern auf einem Kleinstbahnhof in der Provinz endet und dass trotz Aussage des Servicepersonals, damit sei der Anschluss ja sicher, ist schon kaum verständlich. Noch unverständlicher ist dann, dass nicht dafür gesorgt und mitgeteilt wird, dass zumindest der Anschlusszug dann die wenigen Minuten wartet, bis der Zug ankommt, denn die Fahrgäste statt des Zugs, der nicht bis zum angegebenen Bahnhof fährt, nehmen sollen, und dass auch niemand verfügbar ist, dem man dies mitteilen kann.

Unglaublich ist aber, dass der Zug auf die am Bahnsteig sichtbaren Fahrgäste, die dann extra auf eigene Kosten ein Taxi nehmen (müssen), um den Anschluss doch noch zu erreichen, noch nicht einmal kurz (eine Minute hätte ausgereicht) wartet. Es kann doch nicht sein, dass all dies (Fahrt des Zuges zwei Stationen weiter bis zum angegeben Bahnhof; wenn schon das nicht, Ansage und Warten des Anschlusses auf den statt dessen zu nehmenden Zug und zumindest Warten auf ankommende Fahrgäste) nicht möglich gewesen sein soll oder - und dass obwohl der Bahnbetrieb ja ohnehin gestört war - zu noch unzumutbaren Beeinträchtigungen für andere Fahrgäste geführt hätte.

Ich entnehme jedenfalls daraus, dass ich damit rechnen muss, dass Züge der Bahn nicht bis zum angegebenen Bahnhof fahren, dass nicht im geringsten Maße versucht wird, dann Anschlusszüge warten zu lassen und dass diese selbst dann nicht warten, wenn die Fahrgäste auf den Bahnsteig rennen. Da dies wie gesehen zu Verspätungen von Stunden führt, ist das Auto auch mit Staus schneller und man hat auch keine Taxikosten, um rechtzeitig zu Bahnhöfen zu gelangen, die die Bahn nicht anfährt, auch wenn sie im Fahrplan stehen. Meine Freundin und ich werden also zukünftig vorrangig mit dem Auto fahren, denn was heute passiert ist, ist einfach eine Unverschämtheit. Natürlich werden wir das Geschehen auch allen uns bekannten Personen mitteilen und diese vor dem Verhalten der Bahn warnen.

Als Antwort kam heute nur ein Verweis auf die Erstattungsmöglichkeiten. Erwartet hatte ich eine Aufklärung darüber, warum der Zug nicht bis zum Endpunkt fährt und warum der Anschluss nicht wartet und wie die Bahn zukünftig das verhindern will. Evtl. liegt es ja auch daran, dass für die Pünktlichkeitsstatistik ausgefallene Züge nicht mitzählen? Dann lässt man den Zug lieber nicht bis zum planmäßigen Endbahnhof fahren, dann zählt er ja nicht mit? Jedenfalls kann ich nur davor warnen, mit der Bahn zu fahren, wenn man Zeit und Nerven sparen will, ist man mit dem Auto auch mit Staus schneller.

Meine Forderung an Deutsche Bahn:

Erklärung zu den Gründen, Maßnahmen zur zukünftigen Abhilfe, entsprechende Entschuldigung

Firmen-Antwort ausstehend seit 14 Jahren, 199 Tagen und 22 Stunden.

Richtet sich diese Beschwerde gegen Ihr Unternehmen?

Die Bahn ist immer noch die beste Werbung für die deutsche Automobilindustrie

Mittlerweile ist die Bahn auf die Beschwerde eingegangen, aber hat die eigentlichen Fragen dann auch auf Nachfrage nicht beantwortet (übrigens: geplante Ankunft: 19:40; tatsächliche ankunft ca. 23:30:

DB: vielen Dank für Ihre erneute E-Mail. Da Sie mit der Bearbeitung Ihres Anliegens nicht zufrieden sind, haben wir den Sachverhalt erneut geprüft. Hierbei ergaben sich jedoch keine neuen Gesichtspunkte, da wir keine Möglichkeit haben, den Reiseverlauf und die Maßnahmen der Transportleitung am 1. Dezember hinreichend nachzuvollziehen, um Ihre Frage zu beantworten. Für eine weiterführende Bearbeitung Ihres Anliegens durch uns besteht daher keine Grundlage. Wir bitten daher künftig von weiteren Schreiben in dieser Angelegenheit abzusehen. Selbstverständlich bleiben wir unabhängig davon Ansprechpartner für Anregungen und berechtigte Kritik. Mit freundlichen Grüßen Im Auftragvorher ich: vielen Dank, dass Sie doch noch auf meine E-Mail geantwortet haben. Allerdings sind Sie noch nicht auf den Hauptkritikpunkt eingegangen, dass der Zug mit planmäßiger Ankunft Heilbronn einfach zwei Stationen vor Heilbronn nicht mehr weiterfuhr und den Fahrgästen gesagt wurde, sie sollen aussteigen und einen späteren Zug nehmen, mit dem dann der Anschluss nicht mehr erreicht werden konnte. Der spätere Zug war wohl für sich gesehen pünktlich, aber eben nicht für die Fahrgäste des Zugs, der gar nicht mehr weiter fuhr, obwohl das sein Auftrag war. Wurde denn der Anschlusszug überhaupt informiert, dass Fahrgäste eines Zugs, der mindestens 40 min vor dem Anschlusszug ankommen sollten, jetzt mit einem späteren Zug ankommen? Und warum wurde der Zug nicht einfach bis Heilbronn durchfahren lassen? Dann wäre das alles nicht geschehen. Mit freundlichen Grüßenvorher DB: vielen Dank für Ihre E-Mail. Dass Sie nicht ganz mit unserer Antwort zufrieden sind, bedauern wir. Dennoch ist bei Zugverspätungen oder Ausfall das Servicecenter Fahrgastrechte zuständig. Sie kritisierten die fehlenden Informationen. Bei größeren Störungen im Bahnbetrieb ist es nicht immer möglich, bereits zu Beginn alle Auswirkungen auf den weiteren Zugverkehr konkret abzusehen und unsere Fahrgäste sofort verbindlich darüber zu informieren. Die Fahrgastinformation hat in solchen Situationen aber immer Vorrang. Bitte entschuldigen Sie, dass in der konkreten Situation die Informationen unzureichend waren. Des Weiteren bemängeln Sie, dass der Anschlusszug nicht wartete. Bei einer Zugverspätung ist für die jeweiligen Anschlusszüge vorgegeben, ob und gegebenenfalls wie lange sie grundsätzlich über die planmäßige Abfahrtszeit hinaus auf den verspäteten Zug warten können. Deshalb ist es in der Regel absehbar, ob ein Anschlusszug noch erreicht werden kann oder nicht, und die Fahrgäste im verspäteten Zug können rechtzeitig darüber informiert werden. Dies entscheidet die Transportleitung. Zudem wurde auch beanstandet, dass sich die Türen in Heilbronn trotz winken schlossen. Ein Zug erhält den Abfahrauftrag dann, wenn die Abfahrtszeit erreicht ist und keine Fahrgäste mehr ein- oder aussteigen. Bitte haben Sie Verständnis, dass aus Sicherheitsgründen ab diesem Zeitpunkt niemand mehr in den Zug einsteigen darf. Dies ist selbst dann untersagt, wenn sich die tatsächliche Abfahrt noch etwas verzögert und der Zugführer für sich selbst eine Tür offen hält. Bitte beachten Sie, dass sich der Zug jederzeit in Bewegung setzen kann. Wir hoffen, dass unserer Ausführungen zum besseren Verständnis beitragen und wünschen Ihnen und Ihrer Freundin stets angenehme Bahnreisen.

S. meine letzten Kommentar. Leider sind dort die Absatzformatierungen verloren gegangen.