Sehr geehrtes Rossmann-Team,
Ich wurde heute in Ihrer Filiale Aue Postplatz sehr bestimmt darauf hingewiesen, dass das Telefonieren während des Einkaufes VERBOTEN ist, wenn dabei Preise und Produkte genannt werden.
Ich war wie jeden Abend nach meinem Dienst kurz vor 19 Uhr in Ihrer Filiale einkaufen. Dabei habe ich mit meinem Mann telefoniert und ihn gefragt, ob er das Haargel der Firma X zum Preis Y oder das Haargel der Firma Z zum Preis von X. Ich wunderte mich schon, warum die Verkäuferin mir folgte. Das Gespräch wurde plötzlich durch sie unterbrochen, mit der Aussage, dass dies verboten sei! Sie erklärte mir, dass Preise und Produkte telefonisch nicht genannt werden dürfen, und untersagte mir dabei das weitere Gespräch.
Ich bitte um Rückmeldung, ob dies tatsächlich in Ihren Geschäftsbedingungen verboten ist. Wenn dies so sein sollte, muss ich mir leider einen anderen Drogeriemarkt suchen, da im heutigen Zeitalter der (fast) ständigen Kommunikation ein Einkauf bei Ihnen nicht mehr möglich ist.
Des weiteren muss ich sagen, dass selbst Verbote freundlich und ruhig ausgesprochen werden können. Darin sollten Ihre Mitarbeiter auch geschult sein!
Mit freundlichen Grüßen
S. Hoppe
Meine Forderung an Dirk Rossmann:
Rückmeldung
Antwort auf die Beschwerde vom 09.05.2012
Sehr geehrte Frau Hoppe,
wir bedauern immer sehr, wenn Kunden Grund zur Beschwerde haben. Um eine Wiederholung der Situation zu vermeiden, möchten wir die Hintergründe der entstandenen Unannehmlichkeiten gerne für Sie aufklären.
Zu Ihrer Beschwerde haben wir mit der betreffenden Verkaufsstelle Rücksprache gehalten und dabei erfahren, dass Sie von der dort verantwortlichen Verkaufsstellen-Leitung angesprochen wurden. Ihr fiel auf, dass Sie jeden einzelnen Regalgang abliefen und dabei viele Preise Ihr Headset sprachen. Im Waschmittelgang trat die Mitarbeiterin an Sie mit einem Satz heran, den Sie für derartige Situationen immer verwendet. Er lautete "Entschuldigung, wir dürfen nicht dulden, dass Preise aufgeschrieben oder am Telefon durchgegeben werden". Sie antworteten, dass Sie mit Ihrem Mann sprechen würden, woraufhin sich unsere Mitarbeiterin ohne weiteren Kommentar wieder anderen Tätigkeiten zuwandte. Laut der Beschreibung unserer Kollegin begaben Sie sich erst anschließend in den Haarpflege-Bereich, wo Sie weitere Preise in den Hörer sprachen, und wenig später an die Kasse.
Der an Sie gegebene Hinweis entspricht der Anweisung unserer Geschäftsleitung und ist im Rahmen unseres Hausrechtes zulässig. Die Verhaltensweise ist unüblich und daher unterstützen wir die Vorgehensweise unserer Mitarbeiterin.
Selbstverständlich gestatten wir allgemein betrachtet gerne das mobile Telefonieren in unseren Verkaufsstellen, bitten jedoch um Verständnis dafür, dass wir Preisvergleiche in der hier beschriebenen Art nicht nur im Hinblick auf die Mitbewerber, sondern auch aus anderen Gründen unterbinden müssen. Bitte respektieren Sie unsere Entscheidung.
In der Hoffnung, die Angelegenheit mit diesen Ausführungen aufgeklärt zu haben, verbleiben wir
mit freundlichen Grüßen
Ihr Rossmann-Kundenservice
kommentare und trackbacks 20
Ich denke mal das sie vermutet haben, das Sie von der Konkurrenz sind und einen Preisvergleich machen. Allerdings hätte man das ja uch klären können. Würde man jedem, der im Einzelhandel mit dem Handy rumrennt das telefonieren verbieten, hätte man viel zu tun; )
Kenne das nur von einigen Läden das man keine Fotos machen darf aus Angst vor der konkurrenz im Internet. Hatte da mal ne Diskussion im Saturn weil ich bei ner Aktionsware mit dem Handy den Barcode gescannt habe und dann zu meiner Schwester gesagt hab das das auch besser für 30€ weniger bei Amazon bestellen kann was dann einige andere Kunden auch gehört haben.
Aber Telefonverbot ist was ganz neues. Glaube nicht das sowas rechtlich überhaupt durchsetzbar ist.
Sowas ist in meinen Augen Wettbewerbswidrig.
Und meines Erachtens steht das Hausrecht nicht vor Wettbewerbsrecht, und das Hausrecht deckt nicht das Recht ab, unlauter Wettbewerb zu begehen.
Vermutlich geht in der Branche die Angst um. Schlecker hat's bereits erwischt, jetzt ist Rossmann im Fadenkreuz.
Zitat:
"Sowas ist in meinen Augen Wettbewerbswidrig. "
So ein *denkensiesichselbstwasaus*
Was soll an einem Telefonierverbot in meinem Laden wettbewerbswidrig sein? Insofern ist das Wettbewerbsrecht nicht berührt und das Telefonierverbot vom Hausrecht gedeckt - und sollte -meiner Meinung nach- auch gesetzlich verordnet werden.
Was ich mir teilweise in den Läden beim Einkauf anhören muss, grenzt teilweise an Körperverletzung!
P. S.: Wer ständig erreichbar ist, gehört zum Personal!
Welcher Mitbewerber ermittelt so offensichtlich die Preise und gibt diese dann noch lautstark per Telefon weiter?
Jeder Mitbwerber kann in diesen Laden gehen und sich notizen der Preise machen.
Jeder der einen Einkaufszettel hat, kann diesen in die Hand nehmen und abhaken was im Einkaufswagen liegt. genauso kann der Mitbewerber die Preise daneben schreiben.
Komischer Verein.
@ S. Hoppe: Ziehen Sie Ihre Konsequenzen - das einzig Logische wäre, da nicht mehr einzukaufen.
Von Rossmann ist hier sowieso keine vernünftige Stellungnahme zu erwarten - und wenn dann heißt es nur: setzen sie sich zur Klärung bitte mit uns zusammen bzw. nennen sie uns ihre Kontaktdaten, damit wir darüber sprechen können.
Und hier in der Reclabox erfährt mal wieder niemand, wie genau es ausgegangen ist - außer dem pro-forma-Satz "Beschwerde ist gelöst" - mehr aber auch nicht.
Wow, und nächste Woche darf man nur noch in vorgeschriebener Kleiderordnung einkaufen.
Vielleicht mit blauer Kittelschürze und einem Gebetsbuch in der Hand.
Gut das wir nicht mehr bei Rossmann kaufen.
Ob in den Rossmann-Läden Handyverbot gilt, dass entscheidet derjenige der wo Chef in allen Filialen ist.
Also die Mitarbeiterrin gehört daher vom hohen Ross runtergeholt.
Ich lach mich tot!
Stelle mir grad vor, wie eine Verkäuferin mir das telefonieren verbieten will :)
Ich mache ständig Fotos von den Produkten und den dazugehörigen Preisen, damit ich diese im I-Net vergleichen kann.
Naja und wenn das tatsächlich auch mal mir verboten werden sollte, dann werde ich ganz altmodisch einen Stift und Zettel rausholen (habe ich immer dabei) und werde mir die Preise eben so notieren.
Selbst wenn es ein Mitbewerber wäre. wen interessiert es? Die meisten von unseren Filialmitarbeitern die auch Erhebungen machen müssen gehen zum Mitbewerber, bitten ihn den Zettel auszufüllen und gehen wieder. Der Mitbewerber macht das dann genauso. An die Preise kommt man sowieso, also wieso sich deswegen bekriegen?
Rossmannmitarbeiter sind allerdings in der Branche dafür bekannt, dass sie da etwas merkwürdig sind. Die fragen grundsätzlich nciht, sondern nehmen einfach die Preisschilder mit.
Ich war wie jeden Abend, nach meinem Dienst, kurz vor 19 Uhr in Ihrer Filiale einkaufen.
jEDEN aBEND?
"Ich mache ständig Fotos von den Produkten und den dazugehörigen Preisen, damit ich diese im I-Net vergleichen kann. "
Nun ja, das muss sich wirklich kein Verkäufer bieten lassen. Wir haben bei uns im Laden die Anweisung solche Kunden des Geschäfts zu verweisen. Also in diesem Fall von unserem Hausrecht Gebrauch zu machen. Kein Händler muss sich nämlich gefallen lassen, das sein Geschäft, die Regale usw. ungefragt fotografiert werden!
Was das telefonieren angeht, ist der Kunde im Recht, zumal ich es als unhöflich empfinde, auch anderen Kunden gegenüber, das man im Laden herumtelefoniert. Wenn das nun JEDER Kunde macht, das ist schon sehr nervig.
Ich telefoniere auch öfter im Laden. Zum Beispiel mit meiner Frau wenn ein Produkt nicht vorhanden ist und ich nach Alternativen suche. Da wird dann auch der Preis durchgegeben.
Und selbst wenn man mit dem Handy die Preise vergleicht. evtl. ist doch dann der Preis im Laden der niedrigste. also super Werbung. Ansonsten evtl. mal Preise anpassen!
Und auch hier:
Ente gut alles gut!
Also wenn der BF jeden Preis im laden durchs telefon sagt, dann KEIN Wunder, wieso man ihr das telefonieren verbieten will. ZU RECHT!
Zitat: "bitten jedoch um Verständnis dafür, dass wir Preisvergleiche in der hier beschriebenen Art nicht nur im Hinblick auf die Mitbewerber, sondern auch aus anderen Gründen unterbinden müssen. "
Was sind denn das für andere Gründe? Hat Rossmann etwas zu verbergen? Das klingt alles sehr verdächtig.
Sollte man die Ermittlungsbehörden oder das Bundeskartellamt hierüber informieren?
Duldet Rossmann keinen freien Wettbewerb?
So ein Blödsinn! Also diese Drogeriekette würde ich künftig meiden. Glücklicherweise gibt es genügend Alternativen! Demnächst wird auch noch verboten, mit Dialekt zu sprechen oder noch besser: Die Aufenthaltsdauer im Laden beschränkt, nicht, dass man sich die Preise zum Preisvergleich einprägt. Achja, Kassenbons sollte man lieber auch nicht mehr aushändigen!
Ich finde es höchst interessant, dass die Rossmann-Firmenleitung - oder wer auch immer dann in der betreffenden Filiale nachfragt - ihren Mitarbeiterinnen so blindlings glaubt. Das ist mir bei der Reaktion auf eine andere Rossmann-Beschwerde in der recla-box auch schon aufgefallen. Das ist doch äußerst seltsam, wie wenig sich die Aussagen decken. Die Kundin hat wohl keinen Grund zu lügen um sich nachher die Mühe mit der Beschwerde zu machen. Die Angestellten hätten da schon eher einen Grund, die Sache ganz anders und für sie selbst günstiger zu schildern.
Ich habe die ReclaBox-Rückfrage nach dem Status der Beschwerde wie folgt beantwortet:
Beschwerde ist gelöst
Ich komme von der Konkurrenz und ja wir machen dass auch so. Eine Mitarbeiter sitzt am pc der andere am Tel und sagt die Preise durch. Geht schneller und ist schwieriger zu unterbinden liebe Rossmann Mitarbeiter.