Ein kurzer Text. Diesmal geht es mir genauso wie meiner Verlobten.
Ich war vor und nach meiner Bandscheiben OP arbeitsunfähig krank geschrieben. Der med. Dienst der Krankenkasse empfohl der IKK Classic meine Gesundschreibung, da er auf dem Krankenhausentlassungsbrief lesen konnte, dass sich meine Beschwerden wohl gebessert haben.
Dabei sind die Beschwerden schlimmer als zuvor. Ich kann froh sein, wenn ich mal 50 m laufen kann, ohne vor Schmerzen zusammen zu klappen (trotz Schmerztherapie und diverser starker Medikamente). An Schlaf in der Nacht ist gar nicht mehr zu denken und ich spüre, dass die Schmerzen sich bereits verselbstständigt haben. So langsam krieg ich's schon im Kopf. Daneben bestehen noch einige andere Beschwerden, auf welche gar nicht erst eingegangen wird.
Meine Hausärztin hat wohl auch keinen Mumm in den Knochen und schließt sich einfach der Meinung des MDK an, obwohl sie genau weiß, wie es um mich steht. Wahrscheinlich will die auch nur noch ihre Ruhe haben.
Ich gab einen Widerspruch beim med. Dienst ab, welcher zwar im Eingang bescheinigt wurde, dem jedoch nicht abgeholfen werden konnte. Jetzt geht wahrscheinlich für mich die jahrelange Odyssee durch die deutsche Bürokratie los. Obwohl es bereits Gerichtsurteile darüber gibt, dass eine Krankschreibung nicht einfach aufgehoben werden darf, wenn dadurch die Gesundheit des Betroffenen gefährdet ist und so weiter.
Ist schon klar, wenn die IKK auf ihrer Internetseite schreibt, dass sie so und so viele Millionen eingespart haben. Warum sollte man den Leuten auch Krankengeld zahlen? Es geht ja einfacher, wenn man sie sich selbst überlässt und die Kostenfrage einfach abwälzt, indem man die Kranken auf die Agentur für Arbeit schickt. Da kann man ja schon wieder sparen.
Ich hatte gestern einen Termin bei einem Neurochirurgen (welchem die Machenschaften des MDK nicht ganz unfremd waren), der mir sagte, es wäre auch möglich, dass sich mein Leiden nach der OP verschlimmert habe. Hoffentlich hat er den Mut, mir das auch für den MDK zu bestätigen. Ich bin gespannt auf die nächsten Untersuchungen. (MRT.)
Ich verlange:
Die Krankenkasse und der med. Dienst sollen ihre Meinung überarbeiten, die Gesundschreibung rückgängig machen und mir das gesetzlich geregelte und zustehende Krankengeld rückwirkend seit Gesundschreibung zahlen und mich nicht durch ihre vorgefertigten Ferndiagnosen an den Rand meiner Existenz stellen. Auch geht es ja um meine Weiterversicherung, ohne die ich kaum gesund werden kann (unversicherte Arztbesuche, Medikamente, Fahrkosten und, und, und).
Vielleicht könnte sich auch mal ein Gutachterarzt meiner Person annehmen und ein Gutachten erstellen. Und nicht einfach anhand der Akten entscheiden, ob jemand krank oder gesund ist.
Meine Forderung an Medizinischer Dienst der Krankenversicherung:
Die Krankenkasse und der med. Dienst sollen ihre Meinung überarbeiten und mir das gesetzlich geregelte Krankengeld rückwirkend seit Gesundschreibung zahlen
Richtet sich diese Beschwerde gegen Ihr Unternehmen?
kommentare und trackbacks 3
@Jens Franke: Ihre Forderung ist etwas unverständlich. Wenn Sie gesund geschrieben sind, haben Sie keinen Anspruch auf Krankengeld. Um einen solchen Anspruch durchzusetzen, müssen Sie zuerst rückwirkend eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (Krankschreibung) erwirken. Das sollte doch zunächst mal im Vordergrund stehen.
Sie haben vollkommen Recht, um Ihre Ansprüche durchzusetzen, wird Ihnen wohl die "Odyssee durch die deutsche Bürokratie" nicht erspart bleiben. Sie sollten sich auf jeden Fall einen Anwalt nehmen. Vermutlich müssen auch unabhängige Gutachten erstellt werden, das kann u. U. ganz schön teuer werden.
Ich wünsche Ihnen jedenfalls viel Glück.
Übrigens, 6 Sternchen (vergebe ich äußerst selten). Endlich mal eine Beschwerde, die man auch als solche bezeichnen kann! So etwas ist hier schon eine Rarität.
Oh, der Moralapostel hat mal den Honigquast genommen. Und wenn es nun doch ein Simulant ist? Scherz beiseite.
Nach einer Krebserkrankung wurde bei mir der Grad der Behinderung von 100 %, nach den üblichen fünf Jahren ohne neues Auftreten der Krankheit, auf 50 % zurückgesetzt. Die Nachwehen der Bestrahlung waren aber beachtlich. Ich habe drei Mal Widerspruch eingelegt, mit der Hoffnung auf eine Begutachtung durch einen Amtsarzt, danach wäre nur eine Klage möglich gewesen.
Es wurde alles nur vom Schreibtisch entschieden. Einen Anwalt konnte ich mir nicht leisten, mein Fell war zu dünnhäutig und ich habe aufgeben. Bei mir ging es nur um Prozente mit geringfügigen (Steuer) Vorteilen, bei Ihnen jedoch um richtiges Geld. Entsprechend zäh wird das alles ablaufen.
Bei folgenden Verband (Beitritt erforderlich, Filialen in vielen Städten vorhanden, Monatsbeitrag 5 €) wurde ich fachlich sehr gut beraten, doch wie gesagt, habe ich gekniffen.
Bundesverband
Sozialverband Deutschland e. V. Stralauer Straße 63 10179 Berlin Tel. 0 30 / 72 62 22-0 Fax 0 30 / 72 62 22-311 kontakt@sovd.de www.sovd.de
Viel Glück, auch in der Wahl Ihrer Anwältin, dass Sie die komplexe Materie beherrscht. Ist sicher der richtige Weg.
Habe vom Neurochirurgen inzwischen einen neuen Befund erhalten, aus dem hervorgeht, dass sich die gesundheitliche Situation sogar verschlimmert hat. Bin gespannt, wie die Krankenkasse damit umgeht.