Mein Beitrag richtet sich an Alle, die sich Qualität und gute Verarbeitung gönnen wollen und diese Absicht irrtümlicher Weise mit VW Volkswagen verbinden. Meine Geschichte ist eine chronologische Aneinanderreihung von Defekten an meinem VW Touran, in den meisten Fällen handelt es sich jedoch um "Sollbruchstellen". Die berühmte deutsche Qualität ist längst ein Opfer der Standortsicherung geworden und damit Geschichte.
Ich habe mir 2003 das damals neu auf dem Markt erschienene VW Model Touran 1,9 TDI Highline als Neuwagen ergattert. Man, war ich stolz! Optisch top, technisch, bis auf den TDI Motor, eher ein flopp. Heute, 2012, also nach knapp 10 Jahren, stehen 100000 km auf dem Tacho und ich bin nur enttäuscht.
1. Nebel- und Rückleuchten: Der erste auffällige Mangel, leider auch der einzige, der noch in die Garantiezeit fiel, waren die undichten Gehäuse der Beleuchtung. Obwohl sie komplett ausgetauscht wurden, ist auch heute noch permanent Wasser in Form von Beschlag, Tröpfchen und Pfützen auf den Innenseiten der Nebel- und Rückleuchten zu bemängeln. Die Jahreszeit spielt keine Rolle, auch in der Sommerhitze hält sich das Wasser hartnäckig. Dichtigkeitsprobleme könnt ihr "googlen", da bin ich nicht alleine.
2. Fensterheber: 35000 km auf dem Tacho. Es begann mit einem Knirschen und kurz darauf fiel die Fensterscheibe in die Tür. Laut Internet ist dieses Phänomen seit den frühen 90igern längst bekannt und führte zur Einführung eines "Reparatur-Sets", bei dem die billigen Plastikteile durch Metall ersetzt wurden. Dies ist jedoch kein Hinderniss, den billigen Plastikschrott weiterhin bei den neuen Modellen zu verbauen. Unverschämt! Ich habe mir bei VW ein Plastik Rep-Set erworben, die komplette Tür auseinander genommmen und unter immenser Kraftaufwendung die Bautenzüge über die Röllchen gehebelt. Das war lustig und hat mir wieder mehrere 100€ gespart. Mir grauts schon bei dem Gedanken, dass da 4 Türen sind.
Fensterheberprobleme könnt ihr "googlen", da bin ich nicht alleine.
3. Gummierung der Griffe, Radio- und Bedíenungsknöpfe, sowie Lederlenkrad: 40000 km auf dem Tacho. Zuerst möchte ich darauf hinweisen, dass ich weder Schleifpapier- Hände habe, noch Handcremes benutze, ätzende schon garnicht. An den Türgriffen blättert die Gummierung ab, an den schwarz gefärbten Knöpfen des Radios und z. B. dem Lichtschalter blitz der weiße Kunstoff durch und das Leder des Lenkrades wurde wohl einer Lepra kranken Kuh über die Ohren abgezogen. Das Cockpit sah recht früh ziemlich schäbig aus, wodurch der Wiederverkaufswert wohl drastisch gefallen ist!
4. Zuheitzer: 50000 km auf dem Tacho. In der kalten Jahreszeit schaltet sich ab 4 Grad Celsius und weniger der Zuheitzer ein. Es handelt sich um einen kleinen Dieselmotor mit eigenem Auspüffchen, der die Betriebstemperatur des Motors von 90 Grad schneller bereitstellen soll. Man kann dies über den Econ Knopf ausschalten. Ich habe bei den entzetzten Gesichtern der anderen Verkehrsteilnehmer immer nur mit den Schultern gezuckt. ich spreche nicht von wenig Qualm; ).
Zuheitzerprobleme könnt ihr "googlen" oder "youtuben", da bin ich nicht alleine.
Bei mir war die Qualmentwicklung zum Schluß dreimal schlimmer als beim folgenden Videolink.
http://www.youtube.com/watch?NR=1&v=311Qzcz_wy0&feature=endscreen
Mein Vater kam mit dem Feuerlöscher aus dem Haus gerannt, als ich ihn besuchte und auf der Fahrt dorthin konnte ich die Autos im Rückspiegel nicht mehr erkennen. Ein James Bond Feeling kam da nicht auf. Der Austausch des Zuheitzers nach 5! Jahren kostete mich 800€.
5. Unterdruckschlauch: 68000 km auf dem Tacho. Dieser Punkt klingt harmlos, krönt jedoch alle Mängel, da hier das eigene Leben und das Leben anderer Verkehrsteilnehmer mutwillig gefährdet wird. Es handelt sich wohl um ein winkelförmiges Plastik- Schlauch- Stück, dass den vibrierenden Motor mit steifen Karosserieteilen verbindet und so ständigen Biegekräften ausgesetzt ist. irgendwann ist es halt durch. die Frage lautet nicht ob, sondern wann. Ich stieg ins Auto und fuhr ohne Befund durch die Stadt, rollte mit 40 km/h auf eine "Rechts vor Links" Kreuzung zu, wollte bremsen und trat auf Stein. Ich sah nach unten ob mein Fuß an der richtigen Stelle ist und realisierte die ausgefallene Bremskraftverstärkung, als ich bereits die Kreuzung ungebremst überrollt hatte. Ich hatte Glück, weil ich allein war aber ein Zebrastreifen mit Schulkindern oder ein Notbremsmanöver bei 180 auf der Autobahn, weil ein 100 km/h LKW auf die linke Spur einschert, wären weitaus unglücklichere Momente gewesen! Auch dieses Phänomen ist lange bekannt und sollte meines Erachtens schnellstens geändert werden. Was nützt es mir bei all den Sicherheitshinweisen im Handbuch oder dass das Anschnall- Klingelzeichen mich wie einen tauben Vollidioten behandelt, wenn die Bremse ohne Vorwarnung aussetzt.
6. Kupplungspedal: 70000 km auf dem Tacho. Es fing damit an, dass das Pedal nicht mehr ganz in die Ausgangsstellung zurückkam. Kurz danach fielen mehrere zerbröselte Plastikteile, darunter die Übertotfeder, in den Fußraum und das Pedal schaukelte widerstandslos hin und her. Das war eine lustige Fahrt zur Werkstatt. Der komplette Pedalkasten mußte ausgetauscht werden. Sowas habe ich noch nie erlebt und ich fuhr schon einige "Schrottmühlen" mit einem Tachostand deutlich jenseits der 200000 km immer noch mit dem Original-Pedal. Kupplungsprobleme könnt ihr "googlen", da bin ich nicht alleine.
7. Leuchtweitenregulierung: Bei Reparatur 80000 km auf dem Tacho, war aber schon 4 Jahre länger kaputt. Der einzige Mensch, der regelmäßig an der LWR rumgespielt hat, war der TÜV- Heini, weil er über ihre Anfälligkeit bescheid weiß. und ohne LWR kein TÜV. Zum Glück bin ich mit dem KFZ-Mech. befreundet. Die Reparatur habe ich selbst durchgeführt, nachdem ich mir das Teil im Internet für wenig Geld besorgt habe. Bei VW ist das richtig teuer, da hier auch gerne der gesamte Scheinwerfer ausgetauscht wird. und dazu muß die gesamte Front auseinander genommen werden. LWR- Probleme könnt ihr "googlen", da bin ich nicht alleine.
8. Heckschloß: 90000 km auf dem Tacho. Von jetzt auf gleich, bei Kaufland auf dem Parkplatz, schnappte beim schließen der Heckklappe das Schloß nicht mehr ein. Heckschloßprobleme könnt ihr "googlen", da bin ich nicht alleine. Ein Tip war die Nutzung eines Hammers. Ach was haben die Leute geglotzt, als ich mit dem Hammer auf das Schloß schlug und was haben sie gelacht als ich sagte: " Niemals ohne den schweren Hammer in einen VW steigen! " Ein neues und vorallem billiges Schloß gabs im Internet. Die Reparatur habe ich selbst durchgeführt. Das Wehwechen ist lange Jahre modelübergreifend bekannt.
9. CDRadio: Der CD Spieler erkennt kaum noch CD´s und quittiert dies mit Error Meldung. Die wenigen erkannten CD´s bleiben dann auch mal gerne hängen und starten wieder von vorne. Das ist nervig.
10. Regenrinne: Ich habe keine Ahnung, warum nach jahrzentelanger Erfolgsgeschichte der Dachregenrinne diese nun beim Touran entfallen ist. Wegen der Aerodynamik? Macht man bei, oder nach Regen das Fenster auf, läuft ein Schwall von Wasser in den Innenraum des Fahrzeugs, vorzugsweise in Kurven. Das ist eine ärgerliche Schweinerei.
So Leute, ich wollte euch nur mal meine Erfahrungen mitteilen, weil es mich nur noch schüttelt, wenn ich von der deutschen Qualität höre. In der VW Werkstatt wirst du gerne mit dem Hinweis auf die berühmten Versachleißteile abserviert. Aber ich sprach hier nicht von der Batterie, Glühbirnen, Reifen, Scheibenwischerblätter, Zahnriemen usw. sondern von den festen Bauteilen bei Volkswagen.
VW ist teuer, die Werkstätten auch, aber was bekommt man fürs Geld? Auf jeden Fall nicht Qualität. Mein KFZ-Mech. sagt, dass die Asiaten uns schon lange überholt haben. Da sollte man ruhig mal einen Blick riskieren, wenn man nicht allzu Marken fixiert ist.
Meine Forderung an VOLKSWAGEN:
Bringt bei dem Laden eh nix
Richtet sich diese Beschwerde gegen Ihr Unternehmen?
kommentare und trackbacks 6
Grandios, Ihnen reichen Fachforen wohl nicht mehr!
Hauptsache Sie haben eine Plattform gefunden wo sie Ihr
Kommunikationsbedürfnis befriedigen konnten!
Ich habe die ReclaBox-Rückfrage nach dem Status der Beschwerde wie folgt beantwortet:
Beschwerde ist noch nicht gelöst
Lösung? Jetzt sind es 100000 km auf dem Tacho und vorne rechts rappelt die Federung bei unebenen Gelände. Ich schätze die Radlager geben demnächst den Geist auf.
Gut ich habe in meinem Leben beruflich und privat etliche Fahrzeuge gefahren. Privat ist es gerade der dritte VW Touran in Folge.
Ich kann nur sagen: Von Renault Kangoo bis SMART oder auch MAZDA war alles deutlich schlechter als VW. Bei Renault hat man beispielsweise bereits wenige Monate nach Kauf des Neuwagens das Gefühl in einem Jahrzehnte alten Fahrzeug zu sitzen.
Danach lernt man die deutschen Fabrikate wieder schätzen!
Auch wir haben einen Touran. Gleiches Modell, gleiches Baujahr und genau die gleichen Probleme. Allerdings ist bei uns noch zusätzlich die Servolenkung irgendwann ausgefallen, vorletztes Jahr auf der Autobahn nach Düsseldorf ist dann die Nockenwelle gebrochen und der neueste Defekt ist nun mit 130.000 km auf dem Tacho das ein PumpeDüse-Element den Geist aufgegeben hat. Fensterheber haben wir übirgens auf beiden Seiten schon ausgewechselt und das Heckschloss hat bei ca. 30. 000 km nicht mehr verriegelt. War eine recht lusige Fahrt im Kofferraum. Die Gesichter der anderen Verkehrsteilnehmer im Winter kenne ich nur zu gut. Es sind immer nette, hilfsbereite Leute da, die einen darauf hinweisen, das das Auto vielleicht brennen könnte da der Zuheitzer so qualmt. Wir bekommen nun übermorgen bescheid ob auch der Zylinderkopf ausgeschlagen ist und wenn das der Fall sein sollte hat sich das Thema Touran sowieso für alle Zeiten erledigt. Achso, das Radlager vorne links muss auch getauscht werden :)
Also mein Touran ist Baujahr 2004 und hat jetzt 155.000 km.
Bis auf den Unterdruckschlauch und das Kupplungspedal hatte oder habe ich auch alle beschriebenen Mängel.
Zusätzlich jedoch noch folgende:
Partikelfilter, Rost an Fahrertür und Heckklappe, Turbolader defekt, Klimaanlage defekt, und jetzt als Krönung einen Riß im Zylinderkopf, der bei VW eigentlich für die 2003er und 2004er Modelle bekannt ist.
Fazit: Ich hatte (zum Glück) noch nie so ein schlechtes Auto!