Viel Geld für "Verschlimmbesserung" investiert

Wilhelmshorst

ich wohne vor den Toren Berlins im kleinen Örtchen Wilhelmshorst und bin unter anderem hierher gezogen, weil die Bahnanbindung an die Hauptstadt recht gut ist. Zwar ist die Bahnhaltestelle etwas in die Jahre gekommen, aber das empfand ich nicht weiter als nachteilhaft.

Der Vorteil (die gute Bahnanbindung), ist leider auch ein kleiner Nachteil, da der Ort genau in der Mitte durch die Bahnlinie in zwei Hälften geteilt wird. Um in den anderen Teil des Ortes zu gelangen, müssen insbesondere Schulkinder mit Fahhrädern und Spaziergänger einen langen Umweg über den beschrankten Bahnübergang machen, wenn diese nicht Ihr Fahrrad oder Kinderwagen durch die Unterführung schleppen wollen.

Vorrichtungen, um schwere Gegenstände besser zu transportieren gibt es leider nicht. Vor einigen Monaten begann man die Unterführung zu sanieren und vor allem für die Bewohner auf der Seite Richtung Langerwisch tat sich die Hoffnung auf, daß man nun evtl. mit seinem Fahrrad oder Kinderwagen über die wesentlich kürzere und sicherere Strecke die Unterführung durchqueren kann.

Aber leider weit gefehlt. Die neue "Lösung", kein Mensch weiß, welche Summen verschlungen wurden, ist noch schwieriger zu passieren. Die Treppen sind gefühlt noch steiler und es gibt wieder keinerlei Möglichkeiten, Fahrräder oder Kinderwagen ohne Schlepperei in die jeweils andere Hälfte des Ortes zu transportieren.

Die Treppe ist jetzt sogar so konstruiert, daß man nach dem Herunterlaufen um die Ecke biegen muß, was insbesondere bei Dunkelheit die Sicherheit drastisch mindert, weil man den Tunnel nicht mehr einsehen kann. Der Bahn kann man für diese grandiose (und sicher nicht billige) Verschlimmbesserung nur gratulieren !

Meine Forderung an Deutsche Bahn:

Unterführung auch zur Nutzung mit Kinderwagen und Fahrrädern. Vor Umbaumaßnahmen bei Einwohnern nachfragen

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Ein schönes Beispiel für kinder- und frauenfeindliche Architektur. Offensichtlich haben Männer das Ding konzipiert. Da die Deutsche Bahn auf Standardbaupläne zurückgreift, kann man davon ausgehen, dass dieser fehlkonstruierte Tunnel schon dutzende Male gebaut wurde. Und möglicherweise noch viele weitere Gruseltunnel gebaut werden.

habe in Erfahrung bringen können, daß der Tunnel ca. 800.000 Euro gekostet hat. Laut Aussagen der Deutschen Bahn wurde der Bauplan der zuständigen Gemeinde Michendorf zur Genehmigung vorgelegt. Mit einer kleinen Zuzahlung hätte man den Tunnel wohl Menschenfreundlicher gestalten können. Aber die Gemeinde hätte daran kein Interesse gehabt und das Bauvorhaben in der jetzigen Form abgesegnet, so die Aussage der Bahnmitarbeiterin. Das wirft natürlich ein ziemlich diffuses Licht auf die Gemeindeverwaltung, von der man ein Mindestmaß an Familienfreunlichkeit erwartet hätte....

 

Wenn eine Institution behindertengerecht sein sollte, dann doch wohl die Bahn, oder?! Diese neue Unterführung ist ein Schildbürgerstreich!