Telekom: Kunden-Ping-Pong vom Feinsten

Bonn

Wie so etwas Simples wie ein Umzug mit Anschluss-ummeldung so dermaßen schief gehen kann, ist mir zwar immer noch nicht ganz ersichtlich, aber hier meine Geschichte.

Ich hatte einen normalen 16k DSL Anschluss mit analoger Telefonie in meiner alten Wohnung in der Münchenerstraße 3 in 86415 Mering. Dort funktionierte alles, wie im Internet angepriesen. Ungefähr 3-4 Monate vor Umzugstermin habe ich mein Umzugsvorhaben an die Telekom gemeldet (xxx in 86415 Mering). Daraufhin wurde mir ein neuer DSL Vertrag vorgeschlagen. DSL 16k PLUS mit Entertain. Damit wäre die Internetleitung besser, schneller, stabiler. Die Aussage verschiedener Mitarbeiter war, dass man damit MINDESTENS 16000kbit/s hätte, nicht wie bei einem gewöhnlichem 16k DSL Anschluss nur BIS ZU 16000kbit/s.

Schaltungstermin war der 23.01.2012, welcher auch eingehalten wurde. Am Abend habe ich meine Fritzbox eingeschaltet und es funktionierte. Jedoch hatte ich nur eine maximale Bandbreite von ca. 13,0 Mbit/s. Ich dachte mir nicht viel dabei und habe meinen neu erworbenen Mediareceiver angesteckt, um Entertain zu testen. Natürlich gings es nicht. Pixelbildung, Standbilder etc. Auch ein Ping zu google.de -t oder t-online.de -t ergab Latenzen von über 45-50ms. (Später wurde ich aufgeklärt, dass die durch den Entertainanschluss eingeschaltete Fehlerkorrektur daran schuld wäre, von wegen "schnellere" Leitung und so, danke Herr Service Techniker.)

Daraufhin war ich Dauergast bei der Störungsstelle der Telekom. Stundenlange Gespräche mit den "Service Technikern" (HAHA) haben nichts genaues ergeben. Sie wollten mir einen Techniker vorbeischicken. Ich dachte mir, bravo - so muss das laufen. Aber dem war nicht so. Erstmal wartete ich 4h auf den Techniker. Er checkte meine Leitung durch, sagte mir: "hey, da kommen ja nur 13 Mbit/s an," und ging auch schon wieder, da er nicht mehr machen könne. Klasse!

Wieder bei der Störstelle angerufen. nächster Technikertermin, ein höher qualifizierter Techniker solle kommen, wieder 4h warten. Der nächste Techniker hatte nun wenigstens einen kompetenten Eindruck hinterlassen, verrichtete aber leider wieder nur die selbe Arbeit wie sein Vorgänger. Applaus! Er würde das alles an einen Service Ingenieur weiterleiten.

Wieder Störstellenanruf. Keiner wüsste was von einem Auftrag für den Service Ingenieur. Egal, sie hätten noch eine Idee, und zwar wollten sie mich auf einen anderen Port im Hauptverteiler legen. Der Termin hierfür war der 07.02.2012 am Nachmittag. Ich bräuchte nicht zu Hause sein, weil der Techniker das alleine erledigen könne. Falls Probleme auftreten oder alles funktioniert, würden sie mich anrufen.

Das Ergebnis dieses tollen Versuchs war, dass ich gar keinen Internet/Telefon/TV mehr hatte. Bei einem Paketverlust von ca 40%, d. h. bei einem Dauerping zu google.de ist jeder dritte Ping verloren gegangen. Dies habe ich am 07.02.2012, 15:50 Uhr der Störung gemeldet. Trotz 24h Entstörfrist, die vertraglich bindend ist und wofür ich auch zahle, sagten sie mir, der nächste freie Techniker könnte erst am 09.02.2012 von 15-20 Uhr kommen. Ich brauche wohl nicht erwähnen, dass ich zwischenzeitlich viele Stunden mit der Hotline verbracht habe, weil jeder was anderes erzählt halt, ich unzählige Male "aus der Leitung geflogen bin" (und nein, ich war nicht ausfallend) etc.

Am 09.02.2012 habe ich mir für den geplanten "geringen" Zeitraum natürlich frei genommen, um dem Techniker mit Rat und Tag zur Seite zu stehen. Mhhh, blöd. Es kam keiner. Aber nicht so schlimm, es hat sich dafür auch keiner gemeldet. Abends wieder bei der Hotline angerufen, ob der Techniker wohl tot im Graben läge? Keiner wusste was, er ging nicht ans Telefon, hat keinen Eintrag ins System gemacht, nichts. Der siebte Anruf, glaube ich, wars, als mir ein Mitarbeiter sagte, der Techniker wäre vor Ort gewesen, hat aber das Problem nicht lösen können. Aber wer weiß schon, was genau der Fall war, wissen die ja scheinbar selbst nicht. Ach ja und sie könnte nichts mehr machen, es wäre schon nach 20 Uhr, ich sollte morgen nochmal anrufen.

Gesagt getan, um genau 08:00 Uhr angerufen, wurde sogar zur "Einsatzkoordinierung" durchgestellt. Die meinten, es würde sich gerade der Ingenieur mit dem Techniker, der vor Ort war, unterhalten, um die Sache zu klären. Sie würden mich in MAXIMAL zwei Stunden zurückrufen. Nach drei Stunden habe ich wieder mal angerufen. Neue Aussage: "Ja, wir rufen sie in MAXIMAL einer Stunde zurück." Nach drei Stunden habe ich wieder mal angerufen, direkt zur Einsatzkoordinierung durchstellen lassen und scheinbar mit der Mitarbeiterin des Monats telefoniert. Die konnte ich nämlich nach ungefähr 30 Minuten Gejammer davon überzeugen, dass sie einen anderen Techniker kurzfristig damit beauftragt, mir zu helfen. Er würde in MAXIMAL zwei Stunden bei mir vorbeikommen.

Nach drei Stunden (immer auf meinem Zweitmonitor den Endlosping im Dos Fenster beobachtend) habe ich einen Anruf aus der "Vermittlungsstelle" der Telekom bekommen. "Hey, wir haben gerade Ihren Anschluss getestet, der funktioniert doch, wo ist das Problem?" Und Tatsache, in diesem Moment ging er auch wieder. Der Techniker am Telefon beteuerte zwar, dass es nichts gemacht hätte, aber der Anschluss nun auf wundersame Weise wieder funktioniere.

Egal, ich war zumindest teilweise zufrieden, da ich ja wenigstens wieder telefonieren und das Internet benutzen konnte.

Am Montag darauf, also der 13.02.2012 habe ich einen SMS auf mein Handy bekommen, dass sie meine Störung mit der Nummer xxxx bearbeiten (häh, welche Störung denn?). Zwei Minuten später nochmal eine SMS, dass das Problem gelöst worden ist.

Die Überraschung, als ich daheim ankam, war, wer hätte es gedacht, mein Internet ging wieder nicht. Anruf Störstelle. Ergebnis, keiner wills gewesen sein, keiner kann mehr helfen, der Ingenieur wirds richten, aber erst in zwei Wochen, weil er auf "Fortbildung" ist. JA, die haben scheinbar nur EINEN für ganz Bayern!

Ich weiß nicht, was ich noch machen soll. Von unfreundlichen, unqualifizierten Mitarbeitern mal abgesehen, bezahle ich für etwas, was nicht funktioniert. Ich brauche das Internet beruflich, mir geht hier einiges an Geld durch die Lappen. Soll ich direkt zum Anwalt oder weiter abwarten?

Danke im Voraus und sorry für den massiven Text. :(

Bestell-/Kundennummer: 2732378348

Meine Forderung an Deutsche Telekom:

Funktionierendes Internet, Telefon, TV und Kostenerstattung für Anrufe vom Mobilfunknetz, investierte Zeit, frei genommene Tage, an denen keine Techniker kamen.

Firmen-Antwort ausstehend seit 14 Jahren, 127 Tagen und 21 Stunden.

Richtet sich diese Beschwerde gegen Ihr Unternehmen?

Genau dieses verlogene Verhalten war der Grund, warum mich die Telekom als Kunden vergrault hat.
Entweder bekommen die Mitarbeiter das Lügen beim Einstellungsgespräch eingeprügelt, oder sie tun es, weil sie keine Lust zum Arbeiten haben. Das ist zumindest mein Eindruck.

Also erst einmal sollten Sie die Gebühren die Sie für den Zeitraum an die Telekom gezahlt haben für einen Service der nicht funktionierte zurückbuchen lassen. Dies sollten Sie der Telekom schriftlich mitteilen. Dann teilen Sie Ihnen auch den genaue Sachverhalt schriftlich noch einmal mit und vergessen Sie nicht zu erwähnen, dass Sie in Betracht ziehen der Telekom Ihren ausgefallenen Verdienst in Rechnung zu stellen.

Am besten eine genaue Auflistung des gesamten Ablaufs mit Datum und wenn vorhanden Namen der Mitarbeiter.

Dann setzten Sie der Telekom eine letzte Frist zu der die Störungen behoben sein müssen, da Sie sich andernfalls anwaltlich zu diesem Thema beraten lassen werden müssen.

Meist werden die Unternehmen bei solchen Schreiben dann doch etwas schneller.

@Calimero: Wenn er zurückbucht kriegt er, zu Recht, eine Mahnung oder sonstiges. Er soll schriftlich Beschwerde einreichen. Zurückbuchen ist das schlimmste was man bei Telebumm machen kann!

Was sie dort sagen ist mal das heftigste an gequirlten Halbwissen und Mist was ich jemals gelesen habe.

@ Svenska: Danke für diese ehrlichen Worte, für die sie meine volle Zustimmung ernten!

@Svenska: Aha also zahlen Sie gerne für Leistungen die sie gar nicht erhalten? Genau welchen solchen Kunden/Ratschlägen können diese Konzerne machen was sie wollen und machen es ja auch!

@ReclaBoxer: So verfahren wie Calimero es geschrieben hat, denn nur wenn Sie kein Geld bekommen bzw. weniger Geld erhalten werden sie Tätig. Alles andere ist nur hiunhaltetaktik und keiner wird sich richtig kümmern. Denn Merke: Umsatz ist das höchste Gut, alles andere Zählt nicht.

Ich habe die ReclaBox-Rückfrage nach dem Status der Beschwerde wie folgt beantwortet:

Beschwerde ist noch nicht gelöst